Razzia EU ermittelt gegen die Deutsche Bahn

Die EU-Kommission hat die Geschäftsräume der Deutschen Bahn durchsucht. Die Ermittler vermuten, dass das Unternehmen seinen Konkurrenten höhere Strompreise berechnet als den eigenen Töchtern.
Güterverkehr auf der Schiene: Hat die Deutsche Bahn ihre marktbeherrschende Stellung ausgenutzt?

Güterverkehr auf der Schiene: Hat die Deutsche Bahn ihre marktbeherrschende Stellung ausgenutzt?

Foto: PATRICK LUX/ AP

Brüssel - Die EU-Kommission verdächtigt die Deutsche Bahn, ihre marktbeherrschende Stellung auf Kosten der Konkurrenz auszunutzen. EU-Ermittler haben daher die Geschäftsräume der Deutschen Bahn und einiger ihrer Tochtergesellschaften durchsucht, wie die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mitteilte.

Hintergrund sei die Frage, ob die Bahn auf ihren Strecken den eigenen Bahntöchtern günstigere Strompreise im Güter- und Fernverkehr berechnet als der Konkurrenz. Die Razzia habe bereits am Dienstag in Berlin, Frankfurt und Mainz stattgefunden.

Durchsuchungen seien lediglich ein erster Schritt und bedeuteten noch nicht, dass die Unternehmen schuldig seien, betonten Europas oberste Wettbewerbshüter. Falls sich der Verdacht erhärtet und die EU-Kommission ein offizielles Verfahren einleitet, drohen der Bahn hohe Geldstrafen von bis zu 10 Prozent des Jahresumsatzes. Für die Untersuchung gibt es keine Frist.

Die Deutsche Bahn hat sich "überrascht" von den Durchsuchungen gezeigt. Vor der Einführung des Preissystems für Bahnstrom in 2001 sei es intensiv mit dem Bundeskartellamt erörtert worden, sagte Bahn-Vorstand Gerd Becht. Außerdem habe die Bahn in dieser Sache bereits mehrere Prozesse gewonnen.

mg/dpa
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