Naturkatastrophen Kosten für Versicherer in 2010 verdoppelt

Katastrophen wie das Erdbeben in Chile kosteten die Versicherungsbranche im vergangenen Jahr rund 43 Milliarden Dollar und damit deutlich mehr als erwartet. Auch die ökonomischen Schäden sind sprunghaft gestiegen.
Erdbeben in Chile: Im März 2010 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 8,8 das südamerikanische Land

Erdbeben in Chile: Im März 2010 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 8,8 das südamerikanische Land

Foto: MARTIN BERNETTI/ AFP

Zürich - Natur- und andere Katastrophen haben im Jahr 2010 in etwa ökonomische Schäden im Umfang von 218 Milliarden Dollar verursacht und fast 304.000 Menschenleben gekostet. Der grösste Teil der ökonomischen Schäden kam in Asien mit etwa 75 Milliarden Dollar zu Stande. Im Jahr 2009 hatten die weltweiten ökonomischen Schäden lediglich bei 68 Milliarden Dollar gelegen.

Die Kosten für die Versicherer lagen mit über 43 Milliarden Dollar um mehr als 60 Prozent über dem Vorjahreswert, schreibt der Rückversicherer Swiss Re unter Berufung auf die sogenannte Sigma-Studie. In den im November publizierten ersten Schätzungen war mit versicherten Schäden in der Höhe von lediglich 36 Milliarden Dollar gerechnet worden.

Das Jahr 2010 nehme in Bezug auf die Höhe der Versicherungsschäden den siebten Platz ein, seit Sigma 1970 mit der Erfassung von Katastrophendaten begann, hieß es weiter. Die 304 Katastrophenereignisse teilen sich in 167 Natur- und 137 durch Menschen verursachte Katastrophen auf.

Naturkatastrophen waren am teuersten

Naturkatastrophen verursachten für die Versicherer eine Schadenslast von 40 Milliarden Dollar, die restlichen drei Milliarden entfallen auf die anderen Katastrophen. In Nordamerika waren die versicherten Schäden mit 15 Milliarden Dollar am höchsten.

Die durch Erdbeben verursachten Schäden machten 2010 fast einen Drittel aller versicherten Schäden aus. Das Erdbeben in Chile belastete die Branche mit acht Milliarden Dollar, während das Beben in Neuseeland einen Schaden von vier Milliarden Dollar auslöste.

Der Wintersturm Xynthia in Europa lastete mit 2,8 Milliarden Dollar auf den Rechnungen der Versicherten. Ein grösserer Sturm in den USA hinterließ versicherte Schäden von über zwei Milliarden Dollar, die Überschwemmungen in Australien im Dezember kosteten die Branche ebensoviel.

Mit Abstand am meisten Menschenleben forderte das massive Erdbeben in Haiti im Januar 2010. 222.000 Menschen starben in Haiti. Durch die Hitzewelle und die Waldbrände in Russland im Sommer kamen fast 56.000 Menschen ums Leben.

mg/dpa-afx
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