Mobbing-Vorwurf Generalsekretärin klagt gegen ARD

Nach dem Scheitern des Gütetermins erhebt die Leiterin des Berliner ARD-Generalsekretariats, Verena Wiedmann, Klage wegen Mobbings gegen die Intendanten des Senders. Den Vorwurf, dass ihr nach und nach Aufgaben entzogen wurden, weist die ARD zurück.
Verena Wiedmann: Die ARD-Generalsekretärin fordert Schadensersatz und Schmerzensgeld vom Senderverbund

Verena Wiedmann: Die ARD-Generalsekretärin fordert Schadensersatz und Schmerzensgeld vom Senderverbund

Foto: Fredrik von Erichsen/ dpa

Berlin - Die ARD-Generalsekretärin Verena Wiedemann (53) hat Klage gegen die Intendanten der ARD wegen Mobbings erhoben und fordert Schadensersatz und Schmerzensgeld vom Senderverbund. Ein Gütetermin vor dem Berliner Arbeitsgericht sei gescheitert, sagte ein Gerichtssprecher. Er bestätigte damit einen Bericht der "Berliner Zeitung". Einen neuen Termin für die Gerichtsverhandlung gebe es noch nicht. Die ARD wies indes Wiedemanns Vorwürfe "aufs Entschiedenste" zurück.

Das Generalsekretariat war 2006 unter Leitung von Wiedemann in Berlin als Interessensvertretung der ARD in der Hauptstadt eingerichtet worden. Zuvor hatte sie ARD-Vertretung bei der EU in Brüssel geleitet.

Wiedemanns Anwalt Hans Georg Meier sagte der Zeitung, seine Mandantin sei wegen der Missachtung durch die ARD-Intendanten in psychologischer Behandlung. In den vergangenen Jahren seien ihr schrittweise Aufgaben entzogen worden.

Dagegen erklärte die ARD, Wiedemanns Behauptungen einer Ausgrenzung, Diskriminierung und Missachtung seien nicht nachvollziehbar "und aus der Luft gegriffen". Der damalige ARD-Vorsitzende Peter Boudgoust habe Wiedemann im Juni 2010 fristgerecht erklärt, dass man ihren Vertrag über den 30. Juni 2011 hinaus fortsetzen wolle. Wiedemann habe sich bislang nicht geäußert. Das Angebot gelte unverändert fort, erklärte die ARD.

In ARD-Kreisen hieß es, es gebe keine Absichten, das Generalsekretariat in Berlin aufzulösen. Jüngst seien zwei Stellen neu besetzt worden. Ein Umzug des Büros von Berlin-Mitte zum Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) nach Charlottenburg solle nur aus Spargründen erfolgen.

sk/dpa