Donnerstag, 17. Oktober 2019

Siemens Industriesparte im Visier

Mit wehenden Fahnen: Siemens-Chef Löscher ist mit seinem Konzernumbau angeblich noch nicht fertig

Ist der Konzernumbau bei Siemens doch noch nicht abgeschlossen? Unternehmenschef Peter Löscher nimmt sich jetzt angeblich das Industriegeschäft vor. Die Sparte sei zu groß und solle erheblich schrumpfen, heißt es in einem Bericht.  

München - Siemens-Chef Peter Löscher will einem Magazinbericht zufolge den Konzernumbau fortsetzen und das Industriegeschäft neu aufstellen. Der Sektor gelte im Vergleich zu den anderen Kernsegmenten Energie und Medizin als viel zu groß und unübersichtlich, berichtete der SPIEGEL am Wochenende vorab ohne Nennung von Quellen. Die Servicesparte Industry Solutions solle daher bis zum Herbst komplett aufgelöst werden. Die dort tätigen knapp 30.000 Mitarbeiter sollten in die Antriebs- oder Automatisierungssparte wechseln, die ebenfalls zum Industriegeschäft gehören.

Ein Siemens-Sprecher wollte sich nicht konkret äußern und verwies lediglich auf frühere Aussagen des Konzerns, wonach "Marktpotenziale in Industriebranchen und im Servicegeschäft besser ausgeschöpft" werden sollen. Löscher hat in den vergangenen Jahren zahlreiche oft unrentable Randbereiche abgestoßen und das Unternehmen auf die Kerngeschäftsfelder Industrie, Energie und Medizintechnik fokussiert.

Im Januar erklärte er die Transformation seines Hauses für abgeschlossen. Analysten erwarten allerdings, dass der Umbau von Siemens dennoch weitergeht. Kreisen zufolge sondiert der Konzern derzeit eine Trennung von seiner Lichttechniktochter Osram, die ebenfalls zur Industriesparte gehört, über die Börse. Eine Entscheidung sei jedoch noch nicht gefallen.

cr/rtr

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