Hapag-Lloyd Ölpreisanstieg trübt Ausblick ein

Der steigende Ölpreis belastet den Ausblick der Reederei Hapag-Lloyd auf das laufende Jahr. Dennoch will das Unternehmen im kommendes Jahr profitabel wachsen. Doch die Pläne für den Börsengang könnten ins Wanken geraten.
Hapag-Stammsitz: Glänzendes Äußeres, verhaltener Ausblick - die Entwicklung des Ölpreises sieht man in Hamburg als Dämpfer für die eigene unternehmerische Entwicklung

Hapag-Stammsitz: Glänzendes Äußeres, verhaltener Ausblick - die Entwicklung des Ölpreises sieht man in Hamburg als Dämpfer für die eigene unternehmerische Entwicklung

Foto: DPA

Hamburg - Bei Deutschlands größte Container-Reederei Hapag-Lloyd trübt nach dem Rekordgewinn im vergangenen Jahr der deutlich gestiegene Ölpreis die Aussichten. Die Kosten dürften dadurch in diesem Jahr stärker steigen als der Umsatz, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Geschäftsbericht des Unternehmens, das knapp zur Hälfte noch zu Europas größtem Reisekonzern Tui gehört. Im kommenden Jahr sollte ein profitables Wachstum allerdings wieder erreichbar sein.

Angesichts des von Experten erwarteten Wachstums im Containerverkehr peilt Hapag-Lloyd für 2011 und 2012 eine deutliche Steigerung des Transportvolumens an. Das Unternehmen solle mit dem Markt wachsen, schreibt das Management um Vorstandschef Michael Behrendt im Geschäftsbericht. Die Marktexperten von IHS Global Insight erwarten, dass der globale Containerverkehr in diesem Jahr um 6,8 Prozent und im kommenden Jahr um 7 Prozent zulegt.

Hapag-Lloyd geht dabei davon aus, dass auch die Preise für Frachttransporte in beiden Jahren leicht steigen. Nach der Wirtschaftskrise hatte Hapag-Lloyd 2010 bereits von deutlich höheren Frachtraten profitiert. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen 428 Millionen Euro.

Zweifel indes kommen am geplanten Börsengang auf. Denn die Katastrophe in Japan könnte den laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ins Wanken bringen. Die endgültige Entscheidung sei auf kommende Woche vertagt worden, berichtet die Zeitung vom Freitag. Eigentlich hätten die Anteilseigner - Europas größter Reisekonzern Tui und das Konsortium Albert Ballin - in dieser Woche den offiziellen Startschuss für den geplanten Gang aufs Parkett geben wollen.

Dem Bericht zufolge wollen die Anteilseigner abwarten, wie sich die Lage in Fernost weiterentwickelt und vor allem: wie der Kapitalmarkt reagiert. "In unseren Betrachtungen über den geeigneten Zeitpunkt für den Börsengang spielen die Ereignisse in Japan natürlich auch eine Rolle. Aber für ein abschließendes Urteil ist es noch zu früh", sagte ein Tui-Sprecher der Zeitung.

Medienberichten zufolge sollte Hapag-Lloyd eigentlich Mitte April an die Börse gehen. Die Vorgespräche mit Analysten seien gut gelaufen, das Interesse an der Aktie sei groß, berichtet die "FAZ" unter Berufung auf Informationen aus dem Kapitalmarkt. An der nötigen Nachfrage werde es vermutlich nicht mangeln. Aber das unsichere Börsenumfeld könnte zu einem Bewertungsabschlag führen. Der Reisekonzern Tui will sich von seiner verbliebenen Beteiligung von 49,8 Prozent trennen, nachdem er die frühere Konzerntochter Hapag-Lloyd zu Beginn der Wirtschaftskrise nicht komplett losgeworden war.

Dem Verband Deutscher Reeder (VDR) zufolge hat die Japan-Katastrophe bislang kaum negative Folgen für die deutschen Schifffahrtsunternehmen. Gleichwohl seien die Reeder sehr besorgt, sagte VDR-Hauptgeschäftsführer Ralf Nagel der Zeitung. Sollte sich die radioaktive Strahlung weiter erhöhen und bis in die Region rund um Tokio reichen, würden dort sicherlich keine Schiffe mehr in die Häfen einfahren.

go/dpa-afxp
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