Freitag, 20. September 2019

Bremer Reederei Beluga-Dachgesellschaft ebenfalls pleite

Reeder Niels Stolberg: "Keine Firma von der Stange"

Die Hoffnung währte nur wenige Stunden: Einen Tag nach der Chartersparte beantragt auch die Dachgesellschaft der Bremer Beluga-Reederei Insolvenz. Damit ist nun mehr als die Hälfte der Mitarbeiter von der Pleite betroffen

Bremen - Die Ereignisse bei Beluga überschlagen sich: Nur einen Tag nach der Chartering-Sparte der Bremer Reederei stellte am Donnerstag auch die Dachgesellschaft Beluga Shipping einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Das teilte ein Sprecher des Amtsgerichts Bremen mit.

Bei Beluga Shipping sind 228 der insgesamt 598 Mitarbeiter der Bremer Beluga-Gruppe beschäftigt. Von der Insolvenz der Chartering GmbH waren bereits mehr als 100 Mitarbeiter betroffen. Grund waren nach Angaben des Unternehmens Unregelmäßigkeiten bei Umsatz und Liquidität.

Beluga erklärte am Donnerstag, die Muttergesellschaft Beluga Group und andere Tochtergesellschaften seien von den Insolvenzverfahren nicht betroffen. Mit den wichtigsten Geschäftspartnern und Gläubigern würden weiterhin konstruktive Gespräche geführt, um eine gemeinsame Lösung zu erzielen.

Der US-Kapitalinvestor Oaktree, der inzwischen die Geschäfte leitet, hatte die angeblichen Unregelmäßigkeiten aufgedeckt und der Staatsanwaltschaft vorgelegt. Die Behörde ermittelt wegen des Verdachts des Betrugs im besonders schweren Fall und unrichtiger Darstellung gegen den entmachteten Firmen-Gründer Niels Stolberg und weitere ehemalige Manager. Sie sollen Umsatzerlöse im dreistelligen Millionenbereich falsch ausgewiesen und so Kapitalgeber getäuscht haben.

dab/dapd

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