Montag, 16. Dezember 2019

Allianz-Chef Diekmann bleibt drei Jahre länger

Bleibt Allianz-Chef: Michael Diekmann

Die Allianz bindet ihren Vorstandschef Michael Diekmann drei weitere Jahre an sich. Der Konzernchef steht Europas größtem Versicherer nun bis 2014 vor. Darüber hinaus hat das Unternehmen noch einen weiteren Manager länger an sich gebunden.

München - Allianz-Chef Michael Diekmann wird Europas größten Versicherungskonzern drei weitere Jahre führen. Das bestätigte das Unternehmen auf Nachfrage. Der Vertrag des 56-Jährigen wurde bis Ende 2014 verlängert. Zudem verlängerte die Allianz am Mittwoch den Kontrakt mit seinem Westeuropa- und Lateinamerika-Chef Enrico Cucchiani. Der Vertrag des 61-Jährigen laufe nun bis Ende 2012, sagte ein Allianz-Sprecher.

Damit ist Diekmann, der dem Münchener Dax-Konzern seit 2003 vorsteht, bis zu seinem 60. Lebensjahr an den Konzern gebunden. Danach werden bei der Allianz die Vorstandsverträge üblicherweise nur noch um jeweils ein Jahr verlängert. In Diekmanns Amtszeit reagierte der Konzern mit Kostensenkungen auf die starke Konkurrenz im Heimatmarkt.

Diekmann zog zudem nach immer neuen Milliardenverlusten der Tochter Dresdner Bank in der Finanzkrise die Notbremse und gab diese an die Commerzbank ab. Damit versenkte er die Idee eines Allfinanzkonzerns. Seitdem konzentrieren sich die Münchner wieder auf die Schaden/Unfallversicherung, die Lebens- und Krankenversicherung sowie die immer wichtiger werdende Vermögensverwaltung. So kann der Konzern wieder mit hohen Gewinnen und Dividenden glänzen, 2010 wurden beispielsweise 5,2 Milliarden Euro verdient.

Potenzielle Abenteuer in Form größerer Übernahmen scheut der gebürtige Bielefelder, der in Göttingen Rechtswissenschaften und Philosophie studiert hat. Diekmann argumentiert dabei gerne mit den künftigen Kapitalvorschriften für Versicherer, die ab Anfang 2013 europaweit gelten sollen. Ihre konkrete Ausgestaltung ist noch immer nicht klar und kann der Branche neue Lasten bringen.

Zuletzt fiel der Allianz-Chef als einer der schärfsten Kritiker des Solvency II genannten Regelwerkes auf. Es bedrohe, weil der Kapitalbedarf viel zu stark schwanke, die Lebensversicherung als Lieblingsprodukt Millionen Deutscher in der privaten Altervorsorge.

kst/rtr

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