Samstag, 7. Dezember 2019

Korruptionsverdacht Staatsanwälte nehmen VW und Telekom ins Visier

Volkswagen: Ermittlungen wegen Korruptionsverdachts

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt offenbar wegen des Verdachts auf Korruption bei Volkswagen und der Telekom. Nach Medienangaben hätten Manager die Ermittlungen selbst in Gang gesetzt. Jetzt rückt ein Sport-Deal ins Visier der Fahnder - und indirekt auch der Fußballbundesligist VfL Wolfsburg.

Hamburg - Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" wegen des Verdachts auf Korruption gegen mehrere Mitarbeiter bei Volkswagen Börsen-Chart zeigen und der Deutschen Telekom Börsen-Chart zeigen. Ermittelt werde gegen mehrere aktive und ehemalige Manager sowie Mitarbeiter der beiden Konzerne, die zu den größten Unternehmen in Deutschland zählen, hieß es.

Telekom-Manager sollen demnach versucht haben, durch die Verlängerung eines Sponsor-Vertrags beim Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg von Volkswagen Aufträge über mehrere hundert Millionen Euro zu erlangen; Volkswagen ist Hauptinhaber und wichtigster Geldgeber des Fußball-Erstligisten.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wären das illegale Absprachen gewesen, berichtete die Zeitung. Die Staatsanwaltschaft bestätigte auf Anfrage, dass sie vergangene Woche in vier Städten insgesamt acht Büros im Zuge eines Korruptionsverfahrens durchsuchen ließ, nannte aber keine Einzelheiten. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" wurden Büros von T-Systems, Volkswagen und dem VfL Wolfsburg durchsucht, um so möglicherweise Beweismaterial sicherzustellen.

Ausgelöst habe die Ermittlungen die Deutsche Telekom selbst. Der Spitze des Bonner Konzerns waren offenkundige Unregelmäßigkeiten bei der Tochterfirma T-Systems aufgefallen, die potentiellen Geschäftskunden wie Volkswagen eine Vielzahl von Dienstleistungen bei Telefon und Internet anbietet. T-Systems soll Großaufträge für die Telekom besorgen.

Ein führender Manager von T-Systems musste bereits im Herbst 2010 gehen, nachdem intern der Verdacht aufgekommen war, dass Vorschriften nicht eingehalten wurden. Außerdem informierte die Telekom die Staatsanwaltschaft.

kst/dpa-afx/apd/afp

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