EADS-Verkäufe Franzosen ermitteln gegen Daimler

Kurz bevor bei EADS vor einigen Jahren Lieferprobleme im Zusammenhang mit dem prestigeträchtigen A380-Projekt bekannt wurden, verkaufte Daimler einen Großteil seiner Anteile an dem Luftfahrtkonzern. Zu kurz, wie offenbar die französische Justiz meint - sie ermittelt jetzt wegen Insiderverdachts.   
Prestigeprojekt: Die Entwicklung des A380 lief nicht immer rund - nutzte Daimler einen Informationsvorsprung?

Prestigeprojekt: Die Entwicklung des A380 lief nicht immer rund - nutzte Daimler einen Informationsvorsprung?

Foto: Don Arnold/ Getty Images

Hamburg - Die französische Justiz hat ein Ermittlungsverfahren gegen Daimler wegen Insiderhandels beim Verkauf von Aktien des europäischen Luftfahrtkonzerns EADS eingeleitet. Dies hätten zwei Untersuchungsrichter entschieden, verlautete am Donnerstag aus Justizkreisen in Paris. Die Vorwürfe beziehen sich auf die Jahre 2005 und 2006. Daimler hatte damals 7,5 Prozent des EADS-Kapitals abgestoßen. Zwei Monate später wurden Lieferprobleme beim Prestigeprojekt, dem Großraum-Flugzeug A380 bekannt, was zu einem massiven Kurssturz bei EADS führte.

Auch gegen die französische Lagardère-Gruppe, die wie Daimler  kurz vor der Hiobsbotschaft um den A380 EADS-Aktienpakete verkauft hatte, läuft ein Ermittlungsverfahren. Lagardère ist neben Daimler der zweite private Großaktionär von EADS. Die französische Börsenaufsicht AMF hatte die Vorfälle ebenfalls untersucht. Sie hatte vor gut einem Jahr aber Daimler und Lagardère entlastet sowie alle 17 von den Ermittlungen betroffenen EADS-Manager vom Vorwurf des Insiderhandels freigesprochen.

cr/afp
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.