Samstag, 7. Dezember 2019

Krise überwunden Flugverkehr boomt wieder

Dichtes Gedränge: Am Frankfurter Flughafen ist von Krise keine Rede mehr

Auf deutschen Flughäfen sind 2010 wieder mehr Passagiere abgefertigt worden als vor der Wirtschaftskrise. Und das Geschäft läuft auch im neuen Jahr schwunghaft weiter, wie die Passagierzahlen vom Frankfurter Flughafen für Januar zeigen.

Hamburg - Das Statistische Bundesamt zählte 166 Millionen Fluggäste, 8 Millionen oder 5 Prozent mehr als im Vorjahr. Der krisenbedingte Einbruch von 4,5 Prozent im Jahr 2009 wurde somit mehr als ausgeglichen, wie die Statistiker betonten. Damals hatte der deutsche Luftverkehr das größte Passagierminus in seiner Geschichte verzeichnet. Erstmals seit Beginn der Luftfahrtstatistik gab es 2010 mehr Asien- als Amerikareisende.

Der innerdeutsche Luftverkehr hat die Krise laut Bundesamt allerdings noch nicht ganz überwunden. Im Inland stieg die Zahl der Passagiere um 1,8 Prozent auf 24 Millionen, dies sind noch immer 2,8 Prozent weniger als 2008. Die Zahl der Passagiere im Auslandsverkehr stieg um 5,6 Prozent auf 142 Millionen, das waren 0,7 Prozent mehr als im Vorkrisenjahr.

Der Reiseverkehr von Deutschland nach Europa legte im Vergleich zu 2009 um 5,1 Prozent auf 108,2 Millionen Passagiere zu. Dabei erzielte die Türkei den größten Zuwachs (plus 1,7 Millionen Passagiere), gefolgt von Spanien (plus 0,7 Millionen), Österreich und Großbritannien (jeweils plus 0,5 Millionen). Im Interkontinentalverkehr fertigten die Flughäfen 33,7 Millionen Passagiere ab (plus 7,3 Prozent), hier wurde das Vorkrisenniveau um 4,3 Prozent übertroffen.

Erstmals ist Asien größter Flugreisepartner

Erstmals seit Beginn der Luftfahrtstatistik überstieg 2010 das Fluggastvolumen mit Asien (13,8 Millionen) den entsprechenden Wert für Amerika (13,5 Millionen). 1990 war die Passagierzahl in Verbindung mit amerikanischen Flughäfen noch annähernd doppelt so hoch wie mit Asien.

Unterdessen meldet der Frankfurter Flughafen zu Jahresbeginn ein deutliches Passagierplus. Im Januar starteten und landeten auf dem größten deutschen Airport 3,87 Millionen Fluggäste - 5,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie der Betreiber Fraport Börsen-Chart zeigen am Donnerstag mitteilte. Profitieren konnte der Flughafen dabei von hohen Zuwächsen beim Hauptkunden Lufthansa, der seine Basis in Frankfurt hat.

"In diesem Jahr wie auch in der mittelfristigen Entwicklung bis 2015 erwarten wir in allen Verkehrsarten spürbare Zuwächse", sagte Fraport-Chef Stefan Schulte. Grund dafür ist neben der steigenden Reisefreudigkeit die für Oktober geplante Eröffnung der neuen Landebahn. Durch diese können auf dem Flughafen, der an der Kapazitätsgrenze arbeitet, mehr Maschinen starten und landen.

Auch das Frachtgeschäft zog im Januar weiter an. Hier verbuchte Fraport mit einem Plus von 7,7 Prozent auf knapp 170.000 Tonnen einen neuen Rekord. Die Flughafentöchter im Ausland wuchsen bis auf Antalya alle zweistellig. Konzernweit stand im vergangenen Monat ein Passagierplus von 7,3 Prozent auf 5,4 Millionen zu Buche. Während der Krise hatten viele Flughäfen mit rückläufigen Passagierzahlen zu kämpfen, weil die Gäste weniger Flugreisen unternahmen. Zu Jahresbeginn profitierten neben Fraport auch die Konkurrenten in München und Wien von der anziehenden Wirtschaft und flogen ein Plus von 20 und 6,7 Prozent ein. Beides sind wichtige Standorte der Lufthansa und deren Tochter Austrian Airlines.

cr/dpa-afx/reuters

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