Touristikkonzern Tui reduziert Quartalsverlust

Der Reisekonzern Tui ist mit einem saisontypischen Minus in sein neues Geschäftsjahr gestartet. Dank wachsender Urlaubslust und Hapag-Lloyd fiel der Verlust jedoch geringer aus als erwartet. Neue Belastungen stehen allerdings durch die Unruhen in Nordafrika an.
Umsatz gesteigert: Das Jahresergebnis soll weiterhin positiv sein

Umsatz gesteigert: Das Jahresergebnis soll weiterhin positiv sein

Foto: ? Christian Charisius / Reuters/ REUTERS

Hannover - Unter dem Strich halbierte sich das saisontypische Minus im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember bei Tui auf 46 Millionen Euro. Damit schnitt der Reisekonzern deutlich besser ab als von Analysten erwartet. Wegen der Unruhen in Ägypten und Tunesien stehen jedoch neue Belastungen ins Haus, wie das Unternehmen vor der Hauptversammlung mitteilte.

Die Tui-Aktie  reagierte positiv auf die Nachrichten. Zum Handelsstart legte sie um 2,44 Prozent auf 10,70 Euro zu. Die wichtigste Konzerntochter Tui Travel , an der Tui mit 55 Prozent beteiligt ist, hatte die Zahlen aus dem Veranstaltergeschäft bereits in der vergangenen Woche veröffentlicht.

Umsatz wächst kräftig

Im Kerngeschäft mit Flügen, Hotels und Kreuzfahrten schnitt Tui zwischen Oktober und Dezember deutlich besser ab als ein Jahr zuvor. Der Konzernumsatz kletterte dank höherer Preise und stärkerer Nachfrage um 11 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Rechnet man Sondereffekte etwa für Umstrukturierungen in Großbritannien heraus, reduzierte sich der Verlust vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Unternehmenswerte (Ebitda) um gut ein Viertel auf 132 Millionen Euro.

Zu der Verbesserung trugen vor allem Umstrukturierungen bei Tui Travel bei. Im Kreuzfahrtgeschäft, das direkt zum Tui-Konzern in Hannover gehört, verringerte sich der bereinigte Ebita-Verlust von sechs auf vier Millionen Euro. Das Hotelgeschäft, zu dem die Robinson-Clubs und die Beteiligung an der Hotelkette Riu zählen, rettete sich nach einem Verlust von einer Million Euro ein Jahr zuvor nun mit zwei Millionen Euro in die schwarzen Zahlen.

Nordafrika-Unruhen belasten

Die politischen Unruhen in Ägypten und Tunesien dürften dem Reisekonzern im laufenden Quartal allerdings einen Strich durch die Rechnung machen. Weil die Reisen in die beiden Länder weitgehend eingestellt sind, rechnet das Management für die Zeit von Januar bis März mit einer Belastung von 31 bis 37 Millionen Euro. Der Großteil der Einbußen entfällt auf die Veranstaltersparte. Das Hotelgeschäft dürfte mit zwei Millionen Euro getroffen werden, schätzt das Management. Tui betreibt einen Robinson Club am Roten Meer, die Riu-Hotels sind mit zehn Häusern in Tunesien vertreten.

Dennoch hält das Management um Tui-Chef Michael Frenzel an den Zielen für das laufende Geschäftsjahr fest. Das Konzernergebnis, in das auch die Anteile der Minderheitsaktionäre von Tui Travel eingehen, soll weiterhin positiv ausfallen.

Dazu soll auch die zum Verkauf stehende Beteiligung an Hapag-Lloyd beitragen. Die Hamburger Reederei, an der der Tui-Konzern noch mit 49,8 Prozent beteiligt ist, steigerte ihren Umsatz im Quartal bis Ende Dezember um 34 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Dazu trugen die boomende Nachfrage nach der Wirtschaftskrise und die höheren Preise für Containertransporte bei.

Das um Sondereffekte bereinigte Ebitda-Ergebnis kletterte von minus 21 Millionen auf plus 97 Millionen Euro. Unter dem Strich steuerte Hapag-Lloyd zum Tui-Gewinn 18 Millionen Euro bei. Ein Jahr zuvor hatte hier noch ein Verlust von 15 Millionen Euro gestanden.

mg/dpa-afx