Montag, 15. Juli 2019

Deepwater Horizon BP zahlt 5000 Dollar für Klageverzicht

Deepwater Horizon: Folgenreiche Havarie einer Bohrplattform
DPA/ US Coast Guard
Deepwater Horizon: Folgenreiche Havarie einer Bohrplattform

BP will sich freikaufen. Der Energiekonzern zahlt Geschädigten der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko erstmals Geld, damit sie auf Klagen gegen das Unternehmen verzichten. Kritiker warnen davor, die Einmalzahlungen anzunehmen.

Houston - Ein knappes halbes Jahr nach der schwersten Ölkatastrophe in der US-Geschichte hat sich der Energiekonzern mit zahlreichen Geschädigten auf Einmalzahlungen verständigt. Aus dem Ausgleichsfonds seien Anwohnern und Firmen der Golfküste dafür bisher 43 Millionen Dollar bezahlt worden, teilte der britische Konzern am Dienstag mit.

Der Fonds umfasst insgesamt 20 Milliarden Dollar. Kenneth Feinberg, der Verwalter des Geldes, hatte die Option Einmalzahlung gegen Klageverzicht am 13. Dezember angekündigt. Demnach bekommt jede Person, die sich darauf einlässt, pauschal 5000 Dollar. Unternehmen erhalten 25.000 Dollar.

Das BP-Angebot wird von Anwälten und Politikern kritisiert. Sie haben den Geschädigten geraten, sich sehr gut zu überlegen, ob sie sich bereits jetzt abschließend mit BP einigen wollen. Sie verweisen darauf, dass sich manche Schäden aus der Katastrophe erst in der Zukunft zeigen könnten.

BP hat bislang insgesamt 2,6 Milliarden Dollar an 467.889 Antragsteller gezahlt. Dabei ging es aber zumeist um Sofort-Zahlungen als Entschädigung für entgangene Umsätze oder Gewinne. Nur in einem Fall wurde eine Klage bislang beendet. In dem Fall hatte ein Unternehmer zehn Millionen Dollar erhalten.

Auslöser der Ölpest war die Explosion und der Untergang der BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April. 87 Tage lang floss ungehindert Öl ins Meer. Die Küste von vier Bundesstaaten wurde verschmutzt, neue Tiefsee-Bohrungen verboten. Der Konzern büßte rund 70 Milliarden Dollar an Marktwert ein und entließ seinen Chef Tony Hayward.

Im September wurde das Bohrloch endgültig versiegelt. Wegen der Katastrophe hat auch die US-Regierung BP sowie vier weitere Firmen verklagt. Sie werfen ihnen Verstöße gegen US-Umweltgesetze vor und fordern Schadenersatz in noch nicht genannter Höhe. Die Summe könnte aber bis zu 21 Milliarden Dollar betragen.

ulz/mak/rtr

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