Hochtief ACS sammelt nur 277 Aktien ein

Der Essener Baukonzern Hochtief lehnt das Übernahmeangebot  durch den spanischen Konkurrenten ACS offiziell ab. Die Offerte sei zu niedrig, die Geschäftsaussichten als eigenständiges Unternehmen besser. Bei den Aktionären beißt ACS bisher ohnehin auf Granit.
Auf Konfrontationskurs: Hochtief weht sich weiter durch die Übernahme durch ACS

Auf Konfrontationskurs: Hochtief weht sich weiter durch die Übernahme durch ACS

Foto: Roland Weihrauch/ dpa

Düsseldorf - Vorstand und Aufsichtsrat von Hochtief haben den Aktionären des Essener Baukonzerns davon abgeraten, das Übernahmeangebot des spanischen Konkurrenten ACS anzunehmen. Die finanzielle Gegenleistung sei nicht angemessen, heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Stellungnahme der Konzernführung. Zudem seien strategische Ausrichtung und Zukunftsaussichten einer unabhängigen Hochtief-Gruppe erfolgversprechend.

Das Ergebnis vor Steuern liege ab 2011 bei rund einer Milliarde Euro. 2011 und 2012 sollen zudem die Werte von Beteiligungen einfließen. Für 2013 werde ein Vorsteuerergebnis von mehr als einer Milliarde Euro und ein Konzerngewinn von etwa 450 Millionen Euro erwartet.

Weiter heißt es, dass Vorstand und Aufsichtsrat aus den von ACS dargelegten Absichten und Zielen nicht erkennen könnten, wie das Tauschangebot die Wettbewerbsposition von Hochtief  verbessern könne.

ACS bietet mit acht ACS-Papieren für fünf Hochtief-Aktien ein reines Tauschgeschäft und damit nur den gesetzlichen Mindestpreis ohne Prämie. ACS strebt lediglich die Mehrheitsübernahme an. Die Offerte soll helfen, die Schwelle von 30 Prozent zu überschreiten. Danach will ACS fehlende Aktien am Markt zukaufen.

ACS erhöht Anteil um 0,00036 Prozent

Der Plan ist allerdings nach dem Einstieg des Emirats Katar bei Hochtief in der vergangenen Woche im Zuge einer Kapitalerhöhung schwieriger geworden. ACS hielt zuvor 29,98 Prozent an Hochtief, nur wenige tausend Aktien fehlten zur Überschreitung der 30 Prozent. Durch die Kapitalerhöhung um zehn Prozent wurde der ACS-Anteil auf etwas über 27 Prozent verwässert.

Hochtief-Aktionäre können ihre Aktien noch bis 29. Dezember verkaufen, eine Verlängerung ist bis Mitte Januar ist möglich. Bis Ende Februar will ACS die Transaktion abgeschlossen haben. Früheren Aussagen des ACS-Managements zufolge soll die Übernahme der Mehrheit an dem Essener Konzern bis Ende 2011 erreicht sein.

Das Übernahmeangebot stößt zwei Wochen nach seiner Veröffentlichung ohnehin auf wenig Ressonanz bei den Hochtief-Aktionären. Bis zum Dienstagabend um 18.15 Uhr mitteleuropäischer Zeit sei das Tauschangebot für insgesamt 277 Hochtief-Aktien angenommen worden, teilte ACS am Mittwoch im Internet mit.

"Dies entspricht einem Anteil von 0,00036 Prozent des Grundkapitals und der Stimmrechte von Hochtief." Dennoch hält der Konzern nach eigenen Angaben an seinem Übernahmeplan fest. "Das Angebot und die Strategie sind unverändert", betonte eine ACS-Sprecherin.

nis/rtr/dapd
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