Euro 500 Die Methode

Wie aus 182.000 Daten das Ranking der 500 größten Börsenfirmen Europas entsteht
Bilanzexperten: Torben Rüthers, Professor Bernhard Pellens, Kai Lehmann von der Ruhr-Universität Bochum (v. l.)

Bilanzexperten: Torben Rüthers, Professor Bernhard Pellens, Kai Lehmann von der Ruhr-Universität Bochum (v. l.)

Foto: Andre Zelck

Analyse: Welche Firmen schaffen Aktionärsvermögen, und welche vernichten es? Um die Leistung der 500 größten europäischen Börsenfirmen zu ermitteln, prüfen Professor Bernhard Pellens von der Ruhr-Universität Bochum und Kapitalmarktexperten von Deloitte Consulting 182.000 Daten aus Konzernabschlüssen und Datenbanken.

Grundidee: Der Test, den manager magazin bereits zum 21. Mal durchführt, soll die Firmen identifizieren, die eine höhere Rendite erwirtschaften als von den Investoren an Aktienmärkten gefordert.

Basis: Aus dem Stoxx 600 werden zunächst die größten 500 Konzerne herausgefiltert und nach der Systematik des Industry Classification Benchmark unterteilt. Immobilien- und Beteiligungsfirmen sowie Konzerne, die weniger als drei Jahre an der Börse sind, bleiben aus methodischen Gründen außen vor.

Fundamentale Überrendite: Die Kennziffer zeigt, ob die Eigenkapitalrendite einer Firma die von den Aktionären geforderte Verzinsung des Eigenkapitals (Eigenkapitalkosten) übersteigt. Die Eigenkapitalrendite wird als Durchschnitt der vergangenen drei Jahre berechnet.

Überrendite Börse: Liegt der Total Shareholder Return (ermittelt aus Kursänderungen und Dividenden von Ende Juli 2007 bis Ende Juli 2010) über den Kosten des Eigenkapitals, wurde der Wert des Aktionärsvermögens an der Börse gesteigert.

Suchmaschine: Was die Kapitalmärkte von den einzelnen Branchen erwarten

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Foto: manager magazin

mm-Bewertung: Die fundamentale und die an der Börse erzielte Überrendite werden am Ende zu einer einheitlichen Bewertungskennziffer auf einer Punkteskala von 0 (für das schlechteste Unternehmen) bis 100 (für die beste Firma) zusammengefasst.

Kurspotenzial: Zwei Kennzahlen liefern eine Einschätzung der künftigen Börsenperformance. Die geschätzte künftige Überrendite Börse gibt die Erwartung der Analysten wieder. Sie wird aus den durchschnittlichen Kurs- und Dividendenschätzungen für die folgenden zwölf Monate berechnet. Liegt die erwartete Börsenrendite über den Eigenkapitalkosten, können Anleger mit Kursgewinnen rechnen; liegt sie darunter, sind Enttäuschungen zu erwarten. Firmen, die von weniger als zehn Analysten beobachtet werden, bleiben unberücksichtigt. Der Markterwartungswert zeigt, ob die Eigenkapitalrendite einer Firma ausreicht, um ihren aktuellen Börsenwert zu rechtfertigen, oder ob in den Kursen bereits künftige Gewinnsteigerungen enthalten sind.

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