Regionalbahnen Bahnstreiks im ganzen Bundesgebiet

Bahnreisende müssen ab Dienstagmorgen mit massiven Störungen im Nah- und Fernverkehr in ganz Deutschland rechnen. Die Bahngewerkschaften Transnet und GDBA wollen heute zu einem Streik bei den Regionalbahnen aufrufen. Damit drohen aber auch erhebliche Behinderungen im Fernverkehr.
Ein Streik im Bahn-Regionalverkehr wird ab Dienstag auch Auswirkungen auf den Fernverkehr haben

Ein Streik im Bahn-Regionalverkehr wird ab Dienstag auch Auswirkungen auf den Fernverkehr haben

Foto: A3390 Kay Nietfeld/ dpa

Berlin - Im regionalen Bahnverkehr sind für diese Woche ab Dienstag Warnstreiks angekündigt. Die Gewerkschaften Transnet und GDBA wollen heute (Montag) die Einzelheiten bekanntgeben. "Sie können aber davon ausgehen, dass diese Warnstreiks sich in dieser Woche über das ganze Bundesgebiet ziehen werden", sagte der Transnet-Vorsitzende Alexander Kirchner der Deutschen Presseagentur dpa.

Es gehe den Gewerkschaften nicht darum, die Pendler zu treffen, sondern den Unternehmen des Schienen-Personennahverkehrs deutlich zu machen, dass sie sich bewegen müssten. Das jüngste Angebot der sechs großen Privatbahnen in Deutschland sehe für die Branche ein Einkommensniveau vor, dass rund 20 Prozent unter dem der Deutschen Bahn liege. "Das können wir so nicht mitmachen", betonte Kirchner.

Das "Westfalen-Blatt" hatte zuvor berichtet, dass am frühen Dienstagmorgen fast alle Regionalbahnen in den Depots bleiben oder bei Streikbeginn ihre Fahrt stoppen sollen. Da auch die Fahrdienstleiter streiken, könnten zum Beispiel keine Weichen gestellt werden. Dies wiederum würde zum Ausfall vieler Fernzüge führen. ICE- und IC-Züge würden zudem durch gestoppte Regionalbahnen blockiert. Ob in den folgenden Tagen weiter gestreikt wird, sei noch offen, berichtete die Zeitung.

Weichen sollen nicht gestellt werden - Fernzüge betroffen

Die Deutsche Bahn indes kündigte an, das Unternehmen werde am Dienstag zusätzliche Mitarbeiter einsetzen, "um die Auswirkungen des Streiks für die Reisenden so gering wie möglich zu halten", sagte ein Konzernsprecher am Wochenende in Berlin. Die Deutsche Bahn bezeichnet die geplanten Warnstreiks als völlig unangemessen. "Ein Streik, der anderen Bahnunternehmen außerhalb der DB auf die Sprünge helfen soll, darf nicht auf dem Rücken unserer Kunden ausgetragen werden", beklagte der DB-Sprecher. Bahnchef Rüdiger Grube hatte zuvor mit Blick auf die Warnstreiks betont: "Wir sind immer dem Risiko ausgesetzt, dass wir instrumentalisiert werden, weil man vielleicht bei den kleinen Bahnen zu wenig bewegen kann und bei der Deutschen Bahn einen größeren Hebel hat."

Der Transnet-Chef Alexander Kirchner kritisierte auch, dass sich die großen Sechs unter den Privatbahnen weigerten, sich gemeinsam mit der Deutschen Bahn an den Verhandlungstisch zu setzen. "Diese Art von Kindergarten zwischen den Arbeitgebern muss aufhören", sagte Kirchner. Letztlich müsse ein Tarifergebnis herauskommen, bei dem die Beschäftigten trotz zunehmenden Wettbewerbs im Regionalverkehr nicht auf der Strecke blieben. Bei einem künftigen Betreiberwechsel müssten die Mitarbeiter von neuem Unternehmen zu den bisherigen Tarifstandards weiterbeschäftigt werden.

Die privaten Bahnunternehmen Abellio, Arriva, Benex, Hessische Landesbahn, Keolis und Veolia Environnement Verkehr wollen bislang an den regional unterschiedlichen Einkommenniveaus festhalten. Die Deutsche Bahn ist zu einem Branchenvertrag bereit, wenn das darin festgelegte Tarifniveau das des Bahnkonzerns nicht zu stark unterschreitet.

rei/dpa