Zinstief Allianz Leben sucht Alternativen

Der führende deutsche Lebensversicherer sucht angesichts niedriger Zinsen und schwankender Aktienmärkte nach Investment-Alternativen. Die Allianz Leben zieht dabei auch Kapitalanlagen in regenerative Energieprojekte in Betracht. Der Marktführer will zudem verstärkt Unternehmensanleihen kaufen.
Frischer Wind für die Versicherten: Die Überschussbeteiligungen der Lebensversicherten in Deutschland sinken seit Jahren. Die Allianz Leben beabsichtigt, das Geld der Kunden breiter anzulegen und weniger auf festverzinsliche Wertpapiere zu setzen

Frischer Wind für die Versicherten: Die Überschussbeteiligungen der Lebensversicherten in Deutschland sinken seit Jahren. Die Allianz Leben beabsichtigt, das Geld der Kunden breiter anzulegen und weniger auf festverzinsliche Wertpapiere zu setzen

Foto: dpa

München/Stuttgart - "Wir suchen Anlagen mit stabilen Cashflows, wie beispielsweise bei Windenergie", sagte der Chef der Konzernsparte, Maximilian Zimmerer, der "Börsen-Zeitung" (Dienstag). "Solche Investments sind fast planbar wie Bonds." Prinzipiell könnte auch die Sonnenenergie dazu gehören. Noch gebe es aber keine Engagements. Für das von deutschen Industrie geplante Wüstenstrom-Projekt sei es etwa noch zu früh.

Auf der Agenda stehen bei der Allianz auch öffentlich-private Projekte. "Der Markt hat ein großes Potenzial, aber dafür müsste die öffentliche Hand mehr Privatisierungsmöglichkeiten nutzen", sagte Zimmerer. Derzeit kaufe die Allianz zudem wieder Immobilien, nachdem sie ihren Bestand kurz vor der Finanzkrise deutlich abgebaut hatte. Am Vortag war bekanntgeworden, dass Europas größter Versicherer Immobilien des Discounters Aldi Süd übernehmen will.

Die Allianz will auch die Investitionen in Unternehmensanleihen erhöhen. Derzeit seien dort rund 14 Prozent des Anlagevermögens geparkt, zusammen mit Staatsanleihen aus den Schwellenländern sind es 17 bis 18 Prozent des gesamten Anlagevolumens. Diese Anteile sollten binnen eines Jahres um drei Prozentpunkte erhöht werden. Das Augenmerk Zimmerers gilt dabei vor allem Brasilien, aber auch Polen und Mexiko. "Russland gehört nicht zu den Favoritenmärkten", sagte der Experte.

Im "Handelsblatt" kündigte Allianz-Leben-Vorstand Markus Faulhaber größere Transparenz bei Kosten und Risiken von Anlageprodukten für die Kunden an. Sein Unternehmen plane, eine Gesamtkosten-Kennziffer einzuführen. Dies könnte den Vergleich vereinfachen, wenn die anderen Anbieter mitziehen.

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