Potash Kanadas Politiker fordern Abwehr von BHP

Der kanadische Düngemittelhersteller Potash bekommt Rückendeckung aus der Politik. Der Regierungschef seiner Heimatprovinz appelliert an Kanadas Zentralregierung, die Übernahme von Potash durch den Bergbaukonzern BHP Billiton zu verhindern.
Kampf ums Kali: Die Nachfrage nach dem Rohstoff dürfte in den kommenden Jahren deutlich ansteigen

Kampf ums Kali: Die Nachfrage nach dem Rohstoff dürfte in den kommenden Jahren deutlich ansteigen

Foto: REUTERS

Regina - "Wir müssen Nein sagen zu dieser feindlichen Übernahme", sagte Regierungschef Brad Wall aus Saskatchewan. Die Provinz mit dem Großteil aller kanadischen Kali-Reserven drängt die Zentralregierung dazu, die 39 Milliarden Dollar schwere Kaufofferte von BHP zu blockieren.

Der Hilferuf aus Saskatchewan bringt die Regierung von Ministerpräsident Stephen Harper in eine Zwickmühle. Sie hat einen wirtschaftsfreundlichen Kurs propagiert und könnte mit einer Blockade Investoren verprellen. Bis zum 3. November muss die Entscheidung in Ottawa fallen.

Das Vorhaben sei zum Nachteil der Arbeitsplätze und der Einnahmen Saskatchewans, sagte Regierungschef Wall in der Provinzhauptstadt Regina. "Unsere Regierung ist davon überzeugt, dass die Menschen in Saskatchewan nicht weniger verdienen als eine Kali-Industrie, die einheitlich zugunsten Kanadas und Saskatchewans geleitet, betrieben und vermarktet wird."

Wall gilt als ein Verbündeter der in Ottawa regierenden Konservativen. Der dort zuständige Industrieminister Tony Clement sagte nach Walls Forderung, die kanadische Regierung werde alle Aspekte berücksichtigen.

Es muss sich ein "Netto-Nutzen" für Kanada ergeben

Nach dem Gesuch Saskatchewans muss die kanadische Zentralregierung feststellen, ob die BHP-Pläne unter dem Strich zum Vorteil Kanadas sind. Nur bei einen "Netto-Nutzen" für Kanada darf die Regierung grünes Licht für eine Übernahme durch ein ausländisches Unternehmen geben. Der K+S Rivale Potash  hatte die BHP-Offerte als zu niedrig zurückgewiesen.

Vor Walls Forderung sagte BHP-Chef Marius Kloppers, er sei zuversichtlich, dass die Bedenken Saskatchewans ausgeräumt werden könnten. Ähnlich äußerten sich Experten in der Finanzbranche und der Wissenschaft.

Ministerpräsident Harper werde seinem Provinzkollegen Wall wohl einen Korb geben, sagte David McGrane, Politikwissenschaftler an der Universität von Saskatchewan. Eine Abfuhr Kanadas an BHP Billiton  würde in der Hauptstadt Kritik auslösen, dass Harper das falsche Signal an Investoren in der ganzen Welt aussende. Fondsmanager Ric Ronge von Pengana Capital sagte, es werde mit einer Lösung des Problems gerechnet.

Potash ist einer der größten Rohstoffkonzerne Kanadas und kontrolliert 25 Prozent des Weltmarktes für Kali (englisch "potash"). Die Nachfrage nach dem Düngemittel dürfte in den kommenden Jahren kräftig steigen, weil Schwellenländer wie China und Indien für ihre wachsende Bevölkerung immer mehr Nahrungsmittel produzieren müssen.

mg/rtr
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