Millionenabschreibung Bilanzfehler bei TUI

Der Reisekonzern Tui muss aufgrund eines Fehlers im Computersystem seiner Reisetochter Tui Travel die Bilanz korrigieren. Rund 120 Millionen Euro müssen nun zusätzlich abgeschrieben werden. Der Finanzchef von Tui Travel nimmt seinen Hut. Die Börse verpasst der Aktie einen gehörigen Dämpfer.
Schöne Ferien: Der Finanzchef von Tui Travel kann demnächst viel Urlaub machen

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Foto: ddp

Hannover/London - Tui-Travel-Finanzchef Paul Bowtell wolle seinen Posten zum Jahresende zur Verfügung stellen, nachdem Prüfungen einen zusätzlichen Abschreibungsbedarf von insgesamt 120 Millionen Euro ergeben hätten, teilte Tui am Donnerstag mit.

Der Reisekonzern muss deshalb seine Bilanzen korrigieren. An der Börse stürzten die Kurse von Tui  und seiner britischen Tochter Tui Travel  daraufhin ab.

Grund für die Korrekturen für mehrere vergangene Geschäftsjahre sei ein Computerproblem beim Abgleich von Forderungen bei der britischen Reisetochter des Tui-Konzerns gewesen, hieß es zur Begründung. "Es gab da ein fehlerhaftes Rechnungslegungssystem. Das hat über Jahre angehalten", gestand Tui ein. Mit nachträglichen Belastungen aus dem operativen Geschäft hätten die Wertberichtigungen aber nichts zu tun, betonte ein Sprecher.

Tui-Papiere verlieren knapp 4 Prozent

Der erneute Abschreibungsbedarf der Tochter Tui Travel hat den Aktien von Tui an der Frankfurter Börse Verluste von 3,98 Prozent auf 8,527 Euro eingebrockt. Die Tui-Travel-Titel büßten in London 6,38 Prozent auf 215,70 Pence ein. Sie gehörten damit zu den größten Verlierern.

Im Rumpfgeschäftsjahr 2009 (Januar bis September) seien beim bereinigten Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen auf Unternehmenswerte (bereinigtes Ebita) nunmehr Belastungen von 45 Millionen Euro zu berücksichtigen, berichtete Tui. Auf frühere Geschäftsjahre entfielen 75 Millionen Euro. Diese würden im Zuge einer Bilanzkorrektur im Eigenkapital des Rumpfgeschäftsjahrs 2009 verbucht.

Für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr 2009/2010 hält die Tui-Führung allerdings an ihrer Prognose fest. So soll das bereinigte Ebita der Touristiksparte weiterhin stabil bleiben. Außerdem erwartet der Vorstand ein positives Konzernergebnis.

mg/dpa-afx
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