Puma/PPR Die neuen Jobs des Jochen Zeitz

Jochen Zeitz zieht sich demnächst aus dem operativen Geschäft der Puma AG zurück. Spätestens zur Hauptversammlung im April wird der seit 18 Jahren amtierende Vorstandsvorsitzende sein Amt abgeben. Strategisch soll Zeitz aber weiter mitbestimmen  - und neue Übernahmeziele ausfindig machen.
Seit 1993 am Ruder: Vorstandschef Jochen Zeitz wird im kommenden Jahr nicht mehr das operative Geschäft bei Puma führen, sondern vor allem Kontrollfunktionen ausüben.

Seit 1993 am Ruder: Vorstandschef Jochen Zeitz wird im kommenden Jahr nicht mehr das operative Geschäft bei Puma führen, sondern vor allem Kontrollfunktionen ausüben.

Foto: DDP

München - Die erforderliche Mehrheit auf der Hauptversammlung für die Umwandlung der Puma AG in eine SE dürfte kein Problem sein, denn der französische Puma-Eigentümer PPR hat eine komfortable Mehrheit von derzeit 71,6 Prozent.

Nach der Umwandlung wechselt Zeitz in den Verwaltungsrat der Puma SE und soll dort auch den Vorsitz übernehmen. In das Gremium werden auch Francois-Henri Pinault, der Eigentümer von PPR, und auch Arbeitnehmervertreter von Puma einziehen.

Zeitz versteht sich im Verwaltunsgrat als Executive Chairman. Er wird also weiterhin bei Puma die strategische Ausrichtung mitbestimmen und den neuen Fünf-Jahres-Plan, der am kommenden Dienstag vorgestellt wird, begleiten.

Neuer Puma-Chef wird intern und extern gesucht

Für das operative Tagesgeschäft von Puma wird ein Vorsitzender der Geschäftsführung gesucht. In einer Telefonkonferenz aus Paris heraus betonten sowohl Pinault als auch Zeitz, dass sie intern wie extern nach einem neuen Puma-Chef suchen. Als interne Kandidaten kommen Melody Harris-Jenbach, die stellvertretende Vorstandsvorsitzende, und auch Vertriebsvorstand Stefan Caroti, der Mitte 2008 von Nike zu Puma wechselte, in Frage.

Ein Kandidat von außen wird das Problem haben, dass er neben oder unter einem starken Jochen Zeitz die Geschäfte führen muss.

PPR schafft zweite Säule Sports & Lifestyle

Allerdings wird sich Zeitz nicht mehr so intensiv um Puma kümmern können, denn sobald der neue Puma-Chef gefunden wird, steigt er bei PPR zum Leiter des neuen Unternehmensbereiches Sports & Lifestyle auf. PPR will sich - so Pinault - künftig auf zwei Säulen konzentrieren: Zum einen auf die Luxus-Sparte. deren Kern die Gucci Gruppe ist. Und zum anderen auf die nun neu geschaffene Sport & Lifestyle Sparte, die um Puma herum aufgebaut werden soll.

Zeitz soll mögliche Akquisitionsziele ausfindig machen. Pinault gibt seinem Duzfreund die Marschrichtung vor: "Jochen wird Architekt dieser neuen Gruppe. Er soll Akquisitionen in den Bereichen machen, wo Puma bislang nicht aktiv ist." Pinault geht davon aus, dass mittelfristig die neue Sport & Lifestyle-Sparte die Luxussparte von PPR umsatzmäßig überholen wird.

Im Gegensatz zu den Jobs als Executive Chairman des Verwaltungsrats und als Leiter des Bereichs Sport & Lifestyle bei PPR wird Zeitz einen neuen Job sofort antreten: Er wird bei PPR ab sofort Chief Sustainability Officer (CSO) bei PPR. Das Thema Nachhaltigkeit treibt Zeitz seit einigen Jahren um. Entgegen seiner sonstigen Zurückhaltung redet er zu diesem Thema auch auf Kongressen und hat soeben auch mit Pater Anselm Grün ein Buch veröffentlicht.

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