Börse Dax auf Zweijahreshoch - Warten auf Apple

An der Wall Street dreht der Dow Jones ins Plus, und der Dax erreicht ein neues Zweijahreshoch. Lufthansa-Papiere setzen ihre Kursrally fort. In New York legen Citigroup-Aktien nach Vorlage der Geschäftszahlen zu. Anleger warten nun auf die Bilanz von Apple.
Starke Verfassung: Der Bulle gibt an der deutschen Börse seit Tagen die Richtung vor

Starke Verfassung: Der Bulle gibt an der deutschen Börse seit Tagen die Richtung vor

Foto: Frank Rumpenhorst/ picture alliance / dpa

Frankfurt - Deutschlands bedeutendstes Börsenbarometer Dax  klettert weiter: Der Dax legte am Montag 0,4 Prozent auf 6516 Zähler zu und markierte zwischenzeitlich mit 6533 Stellen ein neues Zwei-Jahres-Hoch.

Schon die Vorwoche hatte der Dax mit einem Zuwachs von 3,1 Prozent abgeschlossen und am Freitag mit 6512 Punkten den bis dahin höchsten Stand seit dem Zusammenbruch der US-Bank Lehman Brothers im September 2008 erreicht.

Wall Street: Citigroup erfreut Anleger - hohe Erwartungen an Apple

Angeschoben von einem unerwartet hohen Quartalsgewinn der Citigroup stiegen auch die US-Börsen bis zum Handelsschluss in Europa. Der Dow Jones  kletterte um 0,4 Prozent, der S&P 500 um 0,3 Prozent. Der Nasdaq-Composite gewann 0,1 Prozent.

Alle Augen seien nun auf die Zahlen von IBM  und Apple  gerichtet, sagte ein Marktteilnehmer. Die Zahlen der Technologiekonzerne werden erst nach Börsenschluss erwartet. Apple notierte zuletzt mit 0,6 Prozent im Plus und setzte damit seine Kursrally der vergangenen Tage fort. Auch IBM zeigte sich freundlich.

Für Kauflaune an der Wall Street sorgte unterdessen auch die Citigroup , die am Nachmittag die Zahlen des dritten Quartals veröffentlichte und den Gewinn etwas stärker steigern konnte als erwartet.

Dax: Lufthansa und Deutsche Bank sehr fest

Besonders deutliche Kursgewinne verbuchten zuletzt die Titel der Deutschen Lufthansa . Sie knüpften an ihren jüngsten Rekordkurs an und markierten mit 15,03 Euro ein neues Zwei-Jahres-Hoch.

Aktien der Deutschen Bank  wurden durch die Zahlen des US-Konkurrenten Citigroup angetrieben. Sie schlossen knapp 2 Prozent fester bei 41,52 Euro.

Commerzbank-Aktien  legten nach einem Magazinbericht um 0,34 Prozent auf Prozent ein auf 6,442 Euro zu. Die "Wirtschaftswoche" berichtete aus Bankchef Martin Blessing nahe stehenden Kreisen, dass die Commerzbank erst im kommenden Jahr am Kapitalmarkt aktiv werden wolle. "Bei einer Kapitalerhöhung wären dann bis zu zehn Milliarden Euro drin", wird ein Banker zitiert. Damit könne ein erheblicher Teil der Staatshilfen zurückgezahlt werden.

MDax: Puma wird SE

Im MDax standen die Titel von Puma  und Demag Cranes  im Fokus der Anleger. Puma will sich in eine Europäische Aktiengesellschaft (SE) wandeln. Über den Formwechsel solle die ordentliche Hauptversammlung im April 2011 beschließen, teilte der Konzern am Montag mit. Puma gehört mehrheitlich zum französischen Luxusgüterkonzern Pinault-Printemps-Redoute (PPR). Wie jetzt bekannt wurde, hat der Großaktionär seinen Anteil an dem im MDax notierten Unternehmens auf etwas mehr als 71 Prozent aufgestockt.

Der Aktienkurs von Demag Cranes  rutschte ebenfalls ab. Demnach arbeiteten die Wettbewerber Terex und Konecranes wegen des hohen Aktienkurses des Kranherstellers derzeit nicht an feindlichen Übernahmeofferten für das MDax-Unternehmen. Genau darauf hatten Anleger zuletzt aber spekuliert - und damit den Demag-Crandes-Kurs in die Höhe getrieben. Nach Informationen des "Handelsblatt" beabsichtigt der finnische Kranhersteller Konecranes allerdings weiter eine Übernahme des deutschen Konkurrenten. Börsianer sahen die Fantasie dennoch etwas gebremst.

Im TecDax belastete eine Branchenstudie von Goldman-Sachs-Analysten zu Erneuerbaren Energien einige Solartitel. Besonders hart traf es Centrotherm-Aktien, die um 3,87 Prozent auf 31,16 Euro absackten. Genauso wie beim Anlagenbauer Roth & Rau rechnet Analyst Stephen Benson mit einer Abschwächung der Auftragslage im kommenden Jahr. Er nahm seine Kaufempfehlung zurück und senkte das Kursziel von 43 auf 35 Euro.

Euro-Kurs sinkt zur Freude deutscher Exporteure

Der nachlassende Appetit der Anleger auf Spekulationen gegen den Dollar haben der US-Währung am Montag Auftrieb gegeben. Der Euro fiel auf 1,3852 Dollar, nachdem er am Freitag zeitweise auf ein Neun-Monats-Hoch von 1,4157 Dollar geklettert war - vorläufiger Höhepunkt einer wochenlangen Treibjagd, die Europas Gemeinschaftswährung verglichen mit dem Dollar teurer und teurer machte. Entsprechend verschlechterten sich tendenziell die Marktchancen oder Gewinnmargen deutscher Exporteure.

Der festere Dollar hatte zudem Auswirkungen auf den Ölpreis: Ein Barrel (159 Liter) der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im November kostete gegen Mittag 81,13 US-Dollar. Das waren zwölf Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Dezember sank um sieben Cent auf 82,38 Dollar.

Die Aufwertung der US-Währung macht diese Rohstoffe für Investoren außerhalb der USA teurer. Die Aussicht auf zusätzliche Geldspritzen der US-Notenbank zur Ankurbelung der schwächelnden US-Konjunktur verliere als Triebfeder der jüngsten Kursgewinne zumindest vorübergehend an Kraft, sagte Mike Wittner, Chef-Ölanalyst der Societe Generale. In den vergangenen Wochen hatte sich die führende US-Ölsorte WTI von knapp 73 Dollar auf bis zu 84,43 Dollar je Barrel (159 Liter) verteuert.

Gold kann Rekordpreis nicht halten

Gold verbilligte sich zuletzt ebenfalls, und zwar um 0,7 Prozent auf 1361,10 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm), nachdem es am vergangenen Donnerstag noch ein Rekordhoch von 1387,10 Dollar markiert hatte. So lange sich das Edelmetall über der charttechnischen Marke von 1350 Dollar halten könne, stünden die Chancen für weitere Kursgewinne gut, glaubt zumindest Analyst Ong Yi Ling von Phillip Futures. Im Sog des heute leicht fallenden Goldpreises verlor Silber bis zu 2,3 Prozent auf 23,69 Dollar.

kst/dpa-afx/rtr/afp/ddp
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