Deutsche Bahn Erster ICE fährt in den Kanaltunnel

Erstmals ist ein ICE probehalber in den Tunnel unter dem Ärmelkanal gefahren. Der erfolgreich verlaufene Evakuierungstest war die Bedingung dafür, dass die Deutsche Bahn mit ihren Hochgeschwindigkeitszügen künftig London anfahren darf. Das will sie ab 2013 von Köln aus tun.
Auf zu neuen Zielen: Die Deutsche Bahn will bald London ansteuern

Auf zu neuen Zielen: Die Deutsche Bahn will bald London ansteuern

Foto: AP

Paris - Test unterm Ärmelkanal: Ein Hochgeschwindigkeitszug der Deutschen Bahn ist in der Nacht zum Sonntag im Tunnel zwischen Frankreich und Großbritannien evakuiert worden. Die Übung sei gut verlaufen, der Test sei insgesamt erfolgreich gewesen, sagte eine Sprecherin von Eurotunnel. Der Ablauf der beiden Übungen werde aber noch in allen Einzelheiten aufgearbeitet.

Die Evakuierung habe um 0.30 Uhr begonnen. Der ICE 3 sei um 4.00 Uhr nach Coquelles in Frankreich zurückgekehrt. An Bord seien 300 Freiwillige aus Deutschland und Großbritannien gewesen, sagte die Sprecherin.

Der Test war notwendig, damit künftig auch die von Siemens gebauten ICE 3 durch den Tunnel zwischen Frankreich und Großbritannien rollen können. Eurostar hatte am vergangenen Donnerstag angekündigt, einen Auftrag für neue Züge im Wert von rund 600 Millionen Euro an Siemens vergeben zu wollen.

Bislang fahren für den Personenverkehr nur TGV-Züge des französischen Konkurrenten Alstom durch den Tunnel. Alstom hatte gegen die Auftragsvergabe protestiert und unter anderem Sicherheitsbedenken ins Spiel gebracht. Während die französischen Züge durchgängig sind, werden die ICE-Züge aus zwei Zugteilen zusammengesetzt. Für eine Evakuierung spielt dies allerdings keine Rolle.

Die Deutsche Bahn will von 2013 an eine regelmäßige Verbindung nach London anbieten, möglicherweise auf der Strecke Köln-Brüssel- London. Am kommenden Dienstag wird erstmals ein ICE bis nach London durchfahren - mit Bahnchef Grube und zahlreichen Prominenten an Bord. Eurotunnel will die Auslastung der 50 Kilometer langen Tunnelverbindung in Zukunft deutlich erhöhen. Bislang beträgt sie nur etwa 50 Prozent.

nis/dpa
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