Deutsche Bahn Zehn Bieter für Arriva Deutschland

Eine Woche vor Ablauf der Angebotsfrist gibt es zehn Interessenten für das Deutschland-Geschäft der neuen Deutsche-Bahn-Tochter Arriva. Nach dem Kauf des britischen Wettbewerbers muss der Staatskonzern sich von dessen inländischen Aktivitäten trennen.
Zug der Arriva-Beteiligung Metronom in Niedersachsen: Wichtiger Wettbewerber der Deutschen Bahn

Zug der Arriva-Beteiligung Metronom in Niedersachsen: Wichtiger Wettbewerber der Deutschen Bahn

Foto: Holger Hollemann/ picture-alliance/ dpa

Berlin - Die Zahl von zehn Bietern wurde der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag aus Bieterkreisen bestätigt. Das "Handelsblatt" hatte berichtet, zu den bisherigen acht seien noch zwei weitere potenzielle Bieter hinzugekommen. Kaufinteressenten müssen bis 22. Oktober ein konkretes Angebot bei der Bahn abgeben. Anschließend beginnen Verhandlungen mit den Bietern. Arriva ist in Deutschland an rund 50 Bahn- und Busgesellschaften beteiligt und erwirtschaftete damit im vergangenen Jahr 460 Millionen Euro Umsatz.

Die Deutsche Bahn hatte den britischen Verkehrskonzern Arriva Ende August für 2,8 Milliarden Euro übernommen. Von den deutschen Arriva-Beteiligungen muss sie sich aus Wettbewerbsgründen aber wieder trennen.

Nach früheren Aussagen von Bahnchef Rüdiger Grube soll dies möglichst bis Jahresende geschehen. Den Zuschlag werde nach einem Beschluss des Aufsichtsrats der Meistbietende erhalten, auch dann, wenn es sich um einen starken Konkurrenten der Bahn handeln sollte.

Vor allem ausländische Staatsbahnen interessiert

Den Verkauf in Einzelteilen hatte der Konzern abgelehnt. Besonders in Norddeutschland hatten sich Länder und Kommunen für regionale Lösungen ausgesprochen. Eine lukrative Arriva-Tochter wäre beispielsweise die Ost-Hannoversche Eisenbahn mit ihrem Güterbahnnetz im Hinterland der Nordseehäfen, die zugleich gemeinsam mit ländereigenen Gesellschaften die erfolgreiche Regionalbahngesellschaft Metronom betreibt.

Zu den bisherigen Interessenten für das Gesamtpaket gehören nach Informationen des "Handelsblatts" die italienische Staatsbahn Trenitalia sowie die Verkehrsgesellschaft MTR aus Hongkong.

Als Bieter aus dem direkten Wettbewerbsumfeld der Deutschen Bahn benennt die Zeitung neben der dänischen Staatsbahn auch die niederländische Staatsbahntochter Abellio sowie die französischen Unternehmen Veolia Verkehr und Keolis, die zu 43 Prozent der französischen Staatsbahn SNCF gehören.

Die SNCF besitzt inzwischen mit der Rail4Chem den größten Wettbewerber der Deutschen Bahn im inländischen Güterverkehr. Das Unternehmen entstand ursprünglich aus den Bahntöchtern verschiedener Chemiekonzerne. Trenitalia ist mit der Mehrheitsbeteiligung an der privaten TX Logistik ebenfalls groß im Güterbahngeschäft.

ak/dpa/dapd
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