Milliardengebot IBM will Datenspezialist Netezza kaufen

Die Übernahmewelle in der IT-Industrie rollt ungebremst weiter. Dieses Mal hat das Branchenurgestein IBM zugeschlagen und will für unterm Strich 1,7 Milliarden US-Dollar den Datenanalysespezialisten Netezza schlucken.
Neuer Coup in der IT-Branche: IBM bietet 1,7 Milliarden Dollar für Netezza

Neuer Coup in der IT-Branche: IBM bietet 1,7 Milliarden Dollar für Netezza

Foto: Mark Lennihan/ AP

Armonk (New York) - Mit der hinzugekauften Technologie verspricht sich IBM, die Analyse von Daten um bis zu 100 Mal schneller als bei klassischen Suchen zu erreichen. Die Netezza-Aktionäre müssen noch zustimmen. Sollte sich IBM wieder aus dem angestrebten Geschäft zurückziehen, falle ein Bußgeld von 56 Millionen Dollar an, teilte Netezza mit.

Pro Aktie ist IBM  bereit, 27 Dollar zu zahlen, wie der IT-Konzern am Montag verkündete. Das ist ein vergleichsweise schmaler Aufschlag von 10 Prozent auf den letzten Schlusskurs. Üblich ist ein gut doppelt so hoher Bonus. Nach der Ankündigung stiegen Netezza-Aktien vorbörslich um fast 13 Prozent. Die Aktionäre sollen das Geld in bar erhalten. Am Jahresende will IBM das Geschäft abgeschlossen haben.

Netezza ist nach eigenen Angaben weltweiter Marktführer für Geräte und Software zur Analyse von Datenbewegungen und -beständen. Zu den 350 Kunden zählen demnach Unternehmen mit hohem Datenaufkommen, unter anderen der Versandhändler Amazon  oder der Ferienparkanbieter Center Parcs. Netezza und IBM arbeiten bereits zusammen.

In den vergangenen Wochen hatten die IT-Konzerne mehrfach zugeschlagen. Die Kassen sind nach dem Auftragsboom der vergangenen Monate prall gefüllt, die Preise oft niedrig. Hewlett-Packard  hatte nach einem Bietergefecht mit Dell  zuerst den Speicherspezialisten 3Par und dann die Internetsicherheitsfirma ArcSight geschluckt. Der Chiphersteller Intel  verleibte sich den Antivirus-Spezialisten McAfee ein. Das Geschäft mit Software und Services gilt als stabil und lukrativ zugleich.

ak/dpa-afx/reuters/afp
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