BP versiegelt Bohrloch "Quelle Macondo 252 ist tatsächlich tot"

Fünf Monate nach dem Untergang von "Deepwater Horizon" im Golf von Mexiko hat BP das Bohrloch endgültig versiegelt. Die US-Regierung erklärt die Quelle der größten Ölkatastrophe in der Geschichte des Landes für dicht. Die Kosten für den Konzern belaufen sich bisher auf 9,5 Milliarden Dollar.
Operation in der Tiefsee: BP hat das Bohrloch nun von oben und unten versiegelt

Operation in der Tiefsee: BP hat das Bohrloch nun von oben und unten versiegelt

Foto: HO/ Reuters

Houston - Wie der Einsatzleiter der Regierung, Thad Allen, am Sonntag mitteilte, gelang es dem britischen Ölkonzern nun auch, das Bohrloch 5000 Meter unter dem Meeresboden mit Zement zu verschließen. "Wir können endlich verkünden, dass die Quelle Macondo 252 tatsächlich tot ist", teilte Allen mit. Die versiegelte Quelle "stellt für den Golf von Mexiko keine weitere Gefahr mehr dar."

US-Präsident Barack Obama bezeichnete den Schritt als "wichtigen Meilenstein". Jetzt werde sich die Regierung auf die Säuberungsarbeiten konzentrieren. Die Küste müsse sich vollständig von der schwersten Ölkatastrophe in der US-Geschichte erholen.

Mitte Juli hatte BP  über dem defekten Ventil am Meeresboden in rund 1600 Meter Tiefe eine riesige Stahlkappe angebracht und damit das monatelange Austreten des Öls beendet. Am Donnerstag war es dann gelungen, mit einen Entlastungskanal das Bohrloch zu erreichen. Dadurch war der Weg frei, um das Leck auch knapp 4000 Meter unter dem Meeresgrund von unten zu verschließen.

Auslöser der schwersten Ölkatastrophe in der US-Geschichte war die Explosion und der Untergang der Bohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April, wobei elf Arbeiter starben.

87 Tage lang floss ungehindert Öl ins Meer - insgesamt rund vier Millionen Fass. Das ist etwa 16-mal mehr, als bei der Exxon-Valdez-Katastrophe im Jahr 1989 in Alaska ins Wasser gelangte. Die Küste von vier US-Bundesstaaten wurde verschmutzt, neue Tiefseebohrungen verboten und das Image von BP litt gewaltig. Der Konzern büßte rund 70 Milliarden Dollar an Marktwert ein und entlässt zum 1. Oktober seinen Chef Tony Hayward.

Am Sonntagabend teilte BP mit, der 20 Milliarden Dollar schwere Entschädigungsfonds habe bisher 19.000 Ansprüche über 240 Millionen Dollar beglichen. Das Tempo der Auszahlungen sei deutlich gestiegen. Insgesamt beliefen sich die Kosten der Katastrophe für den Konzern bislang auf 9,5 Milliarden Dollar.

ak/reuters/dpa-afx
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