Basel III Milliardenbedarf bei deutschen Banken

Die zehn größten deutschen Banken brauchen angeblich rund 50 Milliarden Euro frisches Kapital. Diesen Bedarf habe die Bundesbank intern errechnet, heißt es einem Bericht. Hintergrund sei die schärfere Bankenregulierung.
Banken im Blick: Die Institute in Frankfurt brauchen angeblich viel frisches Geld

Banken im Blick: Die Institute in Frankfurt brauchen angeblich viel frisches Geld

Foto: A3471 Boris Roessler/ dpa

Hamburg - Die zehn größten Banken Deutschlands brauchen wegen der schärferen Regulierung einem Magazinbericht zufolge rund 50 Milliarden Euro frisches Kapital. Diese Größenordnung habe die Bundesbank für die kommenden neun Jahren in einer vertraulichen Studie errechnet, berichtete der SPIEGEL am Samstag vorab.

Demnach haben Experten der Bundesbank Kreditinstitute mit einem Kernkapital von mehr als drei Milliarden Euro unter die Lupe genommen. Den größten Teil des bis 2019 entstehenden Bedarfs könnten die Banken durch einbehaltene Gewinne und eine Kapitalaufnahme von außen decken, hieß es in dem Bericht weiter. Für etwa zehn Milliarden Euro müssten sie aber neue Geldquellen erschließen.

Ein Bundesbank-Sprecher wollte zu dem Bericht keine Stellung nehmen. Die Deutsche Bank  hatte vergangene Woche bereits angekündigt, sie werde wegen der Übernahme der Postbank  und der strengeren Vorschriften bei ihren Aktionären rund zehn Milliarden Euro einsammeln. Der Bankenverband hatte den Kapitalbedarf der zehn größten deutschen Geschäftsbanken unter dem Reformwerk "Basel III" zunächst auf gut 100 Milliarden Euro geschätzt, diese Prognose aber am Donnerstag wieder zurückgezogen.

Einer Studie der Investmentbank JPMorgan  zufolge können die größten europäischen Institute die verschärften Anforderungen ohne Kapitalerhöhungen bewältigen. "Basel III" wurde am vergangenen Wochenende festgezurrt und soll im Wesentlichen bereits 2013 in Kraft treten.

cr/reuters
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