Montag, 16. September 2019

Einzelhandel Kik führt Mindestlohn ein

Neuer Mindestlohn: Textildiscounter Kik hebt untere Gehaltsgruppe an

Nach einer Skandalserie um Lohndumping und schlechte Arbeitsbedingungen führt der Textildiscounter Kik einen Mindestlohn ein. Alle Mitarbeiter erhielten ab Oktober mindestens 7,50 Euro pro Stunde. Nach Unternehmensangaben erhielten so vor allem Aushilfskräfte in ärmeren Regionen mehr Geld.

Bönen - Das Unternehmen Kik will die Lohnerhöhung als "Signal im Einzelhandel" verstanden wissen. "Alle reden seit langem über einen Basislohn", erklärte Kik-Gründer Stefan Heinig. "Wir wollen hier - als erster Textildiscounter - ein Signal setzen." Kik verwies zudem darauf, dass das Unternehmen erst im Juni auch die Löhne für die Auszubildenden um durchschnittlich 9 Prozent angehoben habe. In Ballungsräumen zahle KiK bereits heute höhere Stundenlöhne als der neue Mindestlohn des Unternehmens.

Die von Kik Basislohn genannte Lohnuntergrenze ist ein erster konkreter Schritt, nachdem die Firma sich zuletzt für Fehler entschuldigt und einen Strategiewechsel angekündigt hatte. Dem Unternehmen war unter anderem vorgeworfen worden, in Deutschland systematisch Dumpinglöhne zu zahlen.

Zudem ermittelt die Staatsanwaltschaft, weil Kik nach Aussage eines ehemaligen leitenden Angestellten die Bonität seiner Mitarbeiter überprüfte und bei finanziellen Schwierigkeiten entließ. Zudem unterlag Kik nach langem Justizstreit dem NDR, der in einer Dokumentation nun unwürdige Arbeitsbedingungen bei Kik-Zulieferern in Bangladesch anprangern darf. Kik gehört zur Tengelmann-Gruppe, die auch die Supermärkte Tengelmann und Kaiser's betreibt.

kst/afp

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