Montag, 23. September 2019

Fachkräftemangel Wirtschaftsverbände wollen Urlaub kürzen

Seele baumeln lassen: Nach Ansicht von Wirtschaftsverbänden machen die Deutschen davon zu ausgiebig Gebrauch

Angesichts des sich verschärfenden Fachkräftemangels regen Wirtschaftsfunktionäre einen drastischen Urlaubsverzicht der Arbeitnehmer an. Statt sechs genügen nach Auffassung des Unternehmerverbands mittelständische Wirtschaft auch vier Wochen Ferien.

Berlin - Deutsche Arbeitnehmer sollen nach dem Willen des Unternehmerverbands mittelständische Wirtschaft (UMW) künftig zwei Wochen Urlaub weniger pro Jahr machen. Vorstandschefin Ursula Frerichs sagte der "Bild"-Zeitung: "Sechs Wochen sind zu viel, vier Wochen reichen völlig aus."

Frerichs begründete die Forderung damit, dass Deutschland bei den Urlaubstagen weltweit an der Spitze läge und die Beschäftigten im Verhältnis zu anderen Ländern immer noch doppelt so viele freie Tage hätten. "Wir müssen unsere Besitzstände zurückschrauben, könnten die Vier-Wochen-Regelung 2011 auf Probe einführen, um den Aufschwung zu unterstützen", sagte Frerichs.

Auch der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) ist für eine zeitweise Absenkung des Urlaubsanspruchs - auf fünf Wochen. Das sei auch wegen des akuten Fachkräftemangels erforderlich, argumentiert BVMW-Präsident Mario Ohoven.

"Deutschland ist mit 40,5 bezahlten freien Tagen Urlaubs-Europameister", sagte er der Onlineausgabe der Zeitung. Dazu kommen noch Krankheitstage, die die Unternehmen belasten. Der Mittelstand hat jetzt wieder volle Auftragsbücher, da wird jeder gebraucht. Deshalb sollte zur Sicherung des Aufschwungs der bezahlte Urlaub momentan auf fünf Wochen beschränkt bleiben."

Darüber hinaus gehende Ansprüche könnten auf einem Arbeitszeitkonto geparkt und zum Beispiel bei schlechter Auftragslage abgegolten werden.

nis/ddp

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