Atomkraft Grüne warnen vor baldigem Uran-Engpass

Für die weltweit 435 Atomkraftwerke könnte es schon in etwa 15 Jahren nicht mehr genug Uran geben. Der Brennstoff werde sich deshalb rasant verteuern, warnen die Grünen, die sich bei ihren Berechnungen  auf den Jahresbericht der EU-Kontrollbehörde ESA stützen.
Uran-Abbau im Niger: Schon in 15 Jahren könnte der Rohstoff knapp werden

Uran-Abbau im Niger: Schon in 15 Jahren könnte der Rohstoff knapp werden

Foto: PIERRE VERDY/ AFP

Berlin - Das Uran, der Brennstoff für die Atomkraftwerke in aller Welt, wird sich in den nächsten Jahren rasant verknappen und verteuern. Wie der Jahresbericht der zuständigen EU-Kontrollbehörde ESA zeigt, würde spätestens ab 2020 das Uran aus den erschlossenen Minen nicht mehr ausreichen, um den heutigen Verbrauch von knapp 70 Kilotonnen Uran durch die 435 bestehenden Kraftwerke zu decken, berichtet die "Berliner Zeitung".

Die Grünen-Politikerin Astrid Schneider habe den ESA-Bericht abgeglichen mit den wenigen öffentlichen Daten darunter dem Redbook Uran der IAEA. Bereits jetzt sei Deutschland "völlig importabhängig" vom Uran, sagte Schneider der Zeitung. Laut ESA und Redbook hält Deutschland seinen Uranbedarf nur für ein Jahr vorrätig. Bereits seit 1990 übersteige der Uran-Bedarf die weltweite Produktion und muss aus Lagerbeständen und abgerüsteten Atomwaffen aufgefüllt werden.

Die Verknappung habe bereits zwischen 2003 und 2007 zu einer Preissteigerung um 1300 Prozent geführt, bestätigt auch das Bundeswirtschaftsministerium. Käme es zu dem von der OECD-Nuklearbehörde NEA angestrebten Ausbau der weltweiten AKW-Leistung von heute 375 auf mindestens 550 Gigawatt, wäre bereits 2025 nicht mehr genug Uran am Markt.

nis/ddp
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