Freitag, 6. Dezember 2019

Teures Öl Exxon und Shell verdoppeln Gewinne

Shell-Chef Peter Voser: Gewinn fast verdoppelt

Die gestiegenen Ölpreise lassen bei den weltgrößten Energiekonzernen die Gewinne sprudeln. ExxonMobil verdiente im zweiten Quartal fast doppelt so viel wie ein Jahr zuvor, auch Shell steigerte seinen Gewinn kräftig. Umso krasser fällt der zweistellige Milliardenverlust des Wettbewerbers BP auf.

Houston/Den Haag - ExxonMobil verdiente im zweiten Quartal unterm Strich knapp 7,6 Milliarden Dollar - 85 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Mit dem Ergebnis toppte der weltgrößte Energiekonzern am Donnerstag sogar die kühnsten Erwartungen der Börsianer. Die Aktie stieg vorbörslich um knapp 1 Prozent.

Der Umsatz erreichte 92,4 Milliarden Dollar, ein Plus von gut 24 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal, berichtete Exxon Mobil Börsen-Chart zeigen. Sowohl die Öl- als auch die Gasproduktion habe 8 Prozent über dem Vorjahreswert gelegen. Das kommt nicht überraschend: Während ein Fass der US-Rohölsorte WTI vor einem Jahr noch für unter 60 Dollar zu haben war, kostet es aktuell rund 77 Dollar. Die Wirtschaftskrise hatte die Nachfrage und damit auch die Preise einbrechen lassen. Im Dezember kostete ein Fass WTI gerade mal gut 30 Dollar - der tiefste Stand in fünf Jahren.

Der niederländisch-britische Wettbewerber Shell Börsen-Chart zeigen verdiente im zweiten Quartal 4,5 Milliarden Dollar gegenüber 2,3 Milliarden im Frühjahr 2009. Sowohl die Öl- und Gasförderung als auch das Raffineriegeschäft übertraf die Erwartungen der Analysten.

Über die weiteren Aussichten äußerte sich Konzernchef Peter Voser zurückhaltend: "Die Weltwirtschaft sendet gemischte Signale aus. Die Ölpreise blieben in diesem Jahr zwar fest, aber die Gewinnmarge im Raffineriebereich sowie die Nachfrage nach Ölprodukten und die Gaspreise stehen weiterhin unter Druck." Zugleich gab er bekannt, dass der Shell-Konzern sein Anfang vergangenen Jahres begonnenes Spar- und Umstrukturierungsprogramm inzwischen abgeschlossen hat.

Auch ConocoPhillips Börsen-Chart zeigen fuhr dicke Gewinne ein - ganz im Gegensatz zu dem britischen Ölkonzern BP Börsen-Chart zeigen, der für die schwerste Ölkatastrophe in der US-Geschichte verantwortlich zeichnet. Die Kosten für die Beseitigung der Schäden im Golf von Mexiko führten zu einem rekordverdächtigen Verlust von 17,1 Milliarden Dollar im Quartal.

ak/dpa-afx/reuters

© manager magazin 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung