Dienstag, 10. Dezember 2019

Ölkatastrophe BP-Chef Hayward tritt am 1. Oktober ab

Überlebenskampf: Welche Leute BP jetzt in Stellung bringt
AP

Der britische Energiekonzern BP hat den Rücktritt seines Vorstandschefs Tony Hayward zum 1. Oktober erklärt. Sein Nachfolger wird der Amerikaner Robert Dudley. Gleichzeitig meldet BP wegen der Ölkatastrophe den ersten Quartalsverlust seit fast 20 Jahren - ein Minus von mehr als 17 Milliarden Dollar. 

London - Der britische Energiekonzern BP hat den Rücktritt seines Vorstandschefs Tony Hayward zum 1. Oktober erklärt. Der Londoner Konzern reagierte damit am Dienstag auf anhaltende Kritik an Haywards Krisenmanagement bei der Ölpest im Golf von Mexiko, der größten Naturkatastrophe vor der US-Küste.

Haywards Nachfolger wird wie erwartet der Amerikaner Robert Dudley. Seine Aufgaben sind es, den beschädigten Ruf des Konzerns zu reparieren und eine drohende Übernahme zu verhindern.

Seit der Explosion der BP-Ölbohrinsel "Deepwater Horizon" am 20. April mit elf Toten wurde dem Konzern vorgeworfen, nicht entschieden genug gegen die Ölpest vorzugehen. Hayward scheiterte in seiner Rolle als Chefaufräumer und Problemlöser.

Der gebürtige New Yorker Dudley wuchs im US-Bundesstaat Mississippi auf, einem der von der schlimmsten Ölkatastrophe in der US-Geschichte besonders betroffenen Bundestaaten. Dudley ist seit mehr als 30 Jahren im Ölgeschäft, zunächst beim US-Konzern Amoco. Amoco schloss sich 1998 mit BP zusammen. In dieser Zeit war Dudley bei zahlreichen Einsätzen im Ausland, unter anderem leitete er das britisch-russische Gemeinschaftsunternehmen TNK-BP.

Von Dudley wird erwartet, die Verstimmungen mit der Regierung und der Bevölkerung in den USA zu bereinigen. Der 54-Jährige aus dem US- Bundesstaat Mississippi hatte von Hayward vor einiger Zeit bereits die operative Leitung bei der Eindämmung der Ölpest übernommen.

BP hat indes im zweiten Quartal den ersten Quartalsverlust seit 1992 verzeichnet. Wegen der Kosten für die Ölpest im Golf von Mexiko verbuchte der Londoner Konzern in seiner Bilanz für April bis Juni einen Verlust von 17,1 Milliarden Dollar (13,2 Milliarden Euro). Darin enthalten sind 32,2 Milliarden Dollar für die drohenden Verbindlichkeiten der Ölpest. Im ersten Quartal verbuchte der Konzern noch 6,1 Milliarden Dollar Gewinn.

cr/dpa/reuters/afp

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