Volvo MAN-Konkurrent fährt Gewinn ein

Die weltweiten Lkw-Verkäufe ziehen wieder an. Davon profitiert auch Volvo. Der Nutzfahrzeugkonzern konnte wieder mehr Bestellungen entgegennehmen und somit einen Gewinn von rund 340 Millionen Euro erzielen.
Die dunklen Wolken verziehen sich: Volvos Lkw-Sparte verzeichnet Umsatzplus

Die dunklen Wolken verziehen sich: Volvos Lkw-Sparte verzeichnet Umsatzplus

Foto: OLIVIER MORIN/ AFP

Göteborg - Der schwedische Nutzfahrzeugkonzern Volvo hat im zweiten Quartal wieder einen ordentlichen Gewinn eingestrichen und bei den Lastwagen einen deutlichen Zuwachs der Bestellungen verzeichnet. Unterm Strich blieben 3,2 Milliarden Schwedische Kronen (rund 340 Millionen Euro), wie das Unternehmen mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte Volvo aufgrund des drastischen Nachfragerückgangs ein Minus von 5,6 Milliarden Kronen verbucht. Der Umsatz stieg von 54 Milliarden Kronen im Vorjahr auf fast 69 Milliarden Kronen. Der operative Gewinn betrug 4,8 Milliarden Kronen. Damit wurde eine operative Marge von knapp 7 Prozent erzielt.

An der Stockholmer Börse verteuerten sich Volvo-Aktien am Vormittag um rund 1,3 Prozent. Die Papiere des Münchener Konkurrenten MAN  profitierten von den guten Volvo-Zahlen und entwickelten sich mit einem Plus von knapp 2 Prozent deutlich besser als der Gesamtmarkt.

Bei Volvo stiegen die Order neuer Lastwagen im zweiten Quartal weltweit um 82 Prozent, in Europa und Nordamerika wurde die Zahl der Bestellungen im Vergleich zum Vojahreszeitraum sogar mehr als verdoppelt. In den USA sind den Angaben zufolge bislang mehr als 10.000 Aufträge für Fahrzeuge eingegangen, die der neuen Abgasrichtlinie EPA 2010 entsprechen.

Weltweit legten die Lastwagenverkäufe um 44 Prozent auf rund 42.600 Stück zu. Der Absatz stieg besonders in Asien und Südamerika. Das Marktniveau in Europa, Nordamerika und Japan blieb nach Einschätzung von Volvo-Chef Leif Johansson aber im Vergleich zu früheren Jahren auf einem weiter sehr niedrigen Niveau. Auch das Finanzdienstleistungsgeschäft bleibe schwierig. Besonders in Osteuropa sei weiterhin eine hohe Kreditvorsorge notwendig.

Wachstumschancen in Schwellenländern

Trotz der langsamen Erholung auf den internationalen Märkten hält Volvo deshalb an seiner bisherigen Jahresprognose fest. Demnach wird ein Marktwachstum von 10 Prozent in Europa und 20 bis 30 Prozent in Nordamerika erwartet. Analysten hatten den Ausblick vor Veröffentlichung der Quartalsbilanz als vorsichtig bezeichnet. Sie sehen eine schnellere Erholung in Europa und ein höheres Wachstumspotenzial in den USA. Vergangene Woche hatte Daimler  von einem guten Geschäftsverlauf bei den Lastwagen berichtet. Die Stuttgarter fuhren im zweiten Quartal vorläufigen Zahlen zufolge ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von 300 Millionen Euro ein.

Zu Volvo gehören die Lastwagen-, Baumaschinen- und Busmarke Volvo sowie der der französische Hersteller Renault Trucks , die US-Marke Mack sowie die japanischen UD Trucks. Daneben ist Volvo als Motorenhersteller aktiv, unter anderem für Jachten unter der Marke Volvo Penta. Schon im ersten Quartal hatten die Schweden mit einem Gewinn von 1,7 Milliarden Kronen überrascht und mit der deutlichen Rückkehr in die Gewinnzone die Erwartungen der Analysten übertroffen. Künftige Wachstumschancen sieht Volvo wie die Konkurrenten auch vor allem in den Schwellenländern. Deshalb soll künftig die Motorenproduktion in Indien erweitert werden.

Volvo-Chef Johansson führte die Rückkehr zur Profitabilität unter anderem auf die im vergangenen Jahr begonnenen Sparmaßnahmen zurück. Dadurch sei das Kostenniveau deutlich gedrückt und damit auch eine niedrigere Gewinnschwelle erreicht worden. Volvo hatte im vergangenen Jahr auf die Krise und die dadurch notwendigen drastischen Produktionskürzungen unter anderem mit Entlassungen reagiert. Die Kostendisziplin soll dem Volvo-Chef zufolge an allen Standorten weiter fortgesetzt werden. Beim entsprechend der steigenden Nachfrage geplanten Hochlaufen der Produktion solle so wenig Kapital wie möglich gebunden werden.

sk/dpa-afx
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.