Mittwoch, 16. Oktober 2019

Nordbank HSH droht neue Finanzierungslücke

HSH-Chef Dirk Nonnenmacher: Wertverfall des Euro sorgt für steigenden Finanzbedarf bei Schiffsfinanzierungen

Der Hamburger HSH Nordbank droht durch die aktuelle Schwäche des Euro gegenüber dem Dollar ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf in Höhe von bis zu sechs Milliarden Dollar. Ein erneuter Gang zum Rettungsfonds Soffin droht. Auch der Verkauf der Luxemburger Private-Banking-Tochter stockt.

Hamburg - Auslöser des gestiegenen Finanzbedarfs sind vor allem die überwiegend in US-Dollar ausgereichten Schiffsfinanzierungen der Landesbank. Das berichtet manager magazin in seiner aktuellen Ausgabe, die ab Freitag (23. Juli) erhältlich ist.

Seit Ausbruch der Finanzkrise kann sich die HSH Nordbank, wie viele andere Landesbanken auch, am Kapitalmarkt nicht mehr zu akzeptablen Konditionen in Dollar refinanzieren. Deswegen muss sich die Bank in Euro refinanzieren und die eingesammelten Mittel dann mittels kurzfristiger Swapgeschäfte in Dollar tauschen.

Aufgrund des Wertverfalls der Euro-Währung musste die Bank seit Beginn dieses Jahres einen immer höheren Betrag aufwenden, um ihr Schiffsportfolio zu decken. Der zusätzliche Finanzierungsbedarf liegt laut Insidern bei bis zu sechs Milliarden Dollar. Die Bank habe deswegen bereits beim Rettungsfonds Soffin vorgefühlt.

Bei der HSH hieß es auf Anfrage, man könne die Zahl von sechs Milliarden Dollar nicht nachvollziehen. Der Liquiditätskorridor liege im Plan, es gebe keine Refinanzierungslücken. Man plane auch nicht, neue Garantien des Soffin in Anspruch zu nehmen.

Der Verkauf der Luxemburger Private-Banking-Tochter der HSH gerät unterdessen ins Stocken. Die Bieterfrist für das Institut endete vor wenigen Tagen, offenbar ohne ernst zu nehmende Angebote. Bei der HSH hieß es dazu, man sei mit einigen Interessenten weiter im Gespräch. Zudem gebe es bei dem geplanten Verkauf keinen Zeitdruck.

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