Sonntag, 31. Mai 2020

SEC-Strafe und Bonussteuer Goldman-Gewinne brechen ein

In der Defensive: Goldman-Sachs-Chef Lloyd Blankfein muss Anleger auf schwierigere Zeiten einstimmen

Die erfolgsverwöhnte Investmentbank Goldman Sachs muss einen Gewinneinbruch hinnehmen. Grund sind die Bonussteuer in Großbritannien sowie die Börsenaufsicht SEC, die Goldman eine Strafe in Höhe von 550 Millionen Dollar aufgebrummt hatte. Auch das Investmentbanking, jahrelang der wichtigste Gewinnbringer, bleibt unter den Erwartungen.

New York - Der Gewinn des Geldhauses brach nach Angaben vom Dienstag auf lediglich 453 Millionen Dollar ein,. Im Vorjahreszeitraum glänzte das Wall-Street-Schwergewicht noch mit einem Plus von 2,7 Milliarden Dollar.

Zwei Dinge sind Goldman teuer zu stehen gekommen: Die Kosten für den Rechtsstreit mit der US-Börsenaufsicht SEC und die britische Bonussteuer. Der Umsatz schrumpfte um mehr als ein Drittel.

Neben den Sonderposten belasteten Goldman das Investmentbanking sowie das Handelsgeschäft. Die Goldman-Konkurrenten Bank of America und Citigroup hatten in der vergangenen Woche ihre Quartalszahlen präsentiert und ebenfalls nicht überzeugen können. Auch sie verzeichneten teils empfindliche Gewinnrückgänge und konnten im Investmentbanking nicht mehr punkten, wo sie in den vergangenen Quartalen noch sprudelnde Gewinne verzeichnen konnten.

Je Aktie verdiente Goldman 0,78 Dollar. Die Abgaben für die britische Bonussteuer beliefen sich auf 600 Millionen Dollar.

Die Rekordbuße im Rechtsstreit mit der SEC beläuft sich auf 550 Millionen Dollar. In der vergangenen Woche hatte Goldman die Betrugsklage der SEC aus dem Weg geräumt. Das Finanzinstitut gab zu, Anlegern Informationen über ein komplexes Investmentprodukt vorenthalten zu haben. Nach dem Bekanntwerden der Klage im April war der Börsenwert des Hauses um mehr als 25 Milliarden Dollar eingebrochen

Ohne Sonderposten erzielte Goldman im zweiten Quartal einen Gewinn je Aktie von 2,75 Dollar. Die Einnahmen lagen im zweiten Vierteljahr bei 8,84 Milliarden Dollar, nach 13,76 Milliarden Dollar im Vorjahreszeitraum.

Das Institut hat in der Finanzkrise seinen Status als reine Investmentbank aufgegeben und gilt inzwischen als eines der einflussreichsten Geldhäuser an der Wall Street.

la/reuters

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