Sonntag, 25. August 2019

Schmierstoffspezialist Liqui Moly boykottiert BP

Setzt auf sauberes Image: Der Schmierstoffspezialist Liqui Moly lässt auch seine Firmenfahrzeuge nicht mehr bei Aral tanken

Der Ulmer Schmierstoffspezialist Liqui Moly boykottiert wegen der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko den britischen Mineralölkonzern BP. BP und seine Tochterfirmen würden von der Zuliefererliste gestrichen. Auch dürfen Firmenfahrzeuge nicht mehr bei Aral tanken.

Ulm - "Mit sofortiger Wirkung sind BP und alle seine Tochterfirmen von unserer Zuliefererliste gestrichen und unsere Firmenfahrzeuge tanken nicht mehr bei Aral", sagte Ernst Prost, Inhaber und Geschäftsführer von Liqui Moly, am Mittwoch. "Das soll ein Zeichen gegen Verantwortungslosigkeit und Umweltzerstörung sein."

Liqui Moly fördert selber kein Öl, sondern kauft es ein und verarbeitet es zu Motorölen weiter. Kunden sind vor allem Baumärkte, freie Tankstellen und Werkstätten.

"Wir bemühen uns hier im Kleinen im Umgang mit unseren Rohstoffen Tag für Tag, Umweltbelastungen zu vermeiden", erklärte der Manager. "Aber im Großen lässt der BP-Aral-Castrol-Konzern jedes Verantwortungsgefühl vermissen. Das kann und möchte ich nicht mittragen."

Knapp zehn Wochen nach Beginn der Ölkatastrophe kämpfen die Rettungskräfte noch immer mit den Absaug- und Reinigungsarbeiten. Der Energieriese hat inzwischen für die Beseitigung der Umweltschäden, für Ausgleichszahlungen an Betroffene und die Rettungsmaßnahmen rund 2,65 Milliarden Dollar gezahlt. Dazu wurde ein Hilfsfonds über 20 Milliarden Dollar aufgelegt.

Topverdiener: BP-Chef Hayward verdient prächtig

la/dpa

© manager magazin 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung