Donnerstag, 19. September 2019

WM-Tröten China verdient am Vuvuzela-Boom

Die Tröte der WM: Chinesische Firmen planen Sonderschichten für Vuvuzelas-Produktion

Vielen geht ihr lautes Getröte auf die Nerven, doch einige Firmen in China versetzt der Ansturm auf die Vuvuzelas während der Fußball-Weltmeisterschaft in Hochstimmung. Fast 90 Prozent der Tröten stammen aus dem asiatischen Land.

Guangdong/China - In der Spielzeughersteller-Hochburg Chenghai in der südlichen Provinz Guangdong leisteten die Mitarbeiter Überstunden, um mit mehreren Millionen Vuvuzelas der riesigen Nachfrage gerecht zu werden. Das hat die staatliche, chinesische Zeitung "Global Times" am Freitag berichtet

Der Plastikhersteller Jiying verkaufte in den ersten vier Monaten dieses Jahres bereits mehr als eine Million Vuvuzelas, vor allem in Südafrika. Das Geschäft laufe weiter gut, sagte Firmenchef Wu Yijun der Nachrichtenagentur AFP. "Wir haben vor, 300.000 bis 500.000 mehr bis zum Ende der Weltmeisterschaft herzustellen." Jiying produziert 37 verschiedene Modelle der Plastiktröten, die im Großhandel rund zwei Yuan (0,24 Euro) pro Stück kosten. Das Vuvuzela-Fieber hat mittlerweile auch die Chinesen erfasst. Seit Mai seien 150.000 Bestellungen aus dem Inland eingegangen, sagte Wu. Er rechnet für dieses Jahr mit einem Anstieg des gesamten Vuvuzela-Verkaufs seiner Firma um 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auch ein Unternehmen in Deutschland profitiert von dem Hype. Die Düsseldorfer Firma von Frank Urbas und Gerd Kehrberg, dem früheren Geschäftsführer des Zweitligisten Rot-Weiß Oberhausen, hat von dem südafrikanischen Unternehmen Masincedane Sport die Vermarktungs- und Produktionsrechte von Vuvuzelas für die gesamte Europäische Union erworben. Auch für die beiden Deutschen läuft das Geschäft nach eigenen Angaben gut.

kst/afp

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