Dienstag, 23. Juli 2019

BP "Eine beispiellose Serie von Fehlern"

Reumütig: BP-Chief Tony Hayward

Topmanager im Kreuzverhör: BP-Chef Tony Hayward hat vor dem US-Kongress schwere Versäumnisse eingeräumt. Eine "beispiellose Serie von Fehlern" habe zu der Ölpest im Golf von Mexiko geführt, die niemals hätten geschehen dürfen. BP werde den finanziellen Folgen des Disasters gewachsen sein, beteuerte er.

Washington - Hayward sagte vor dem Ausschuss des Repräsentantenhauses in Washington sein Bemühen zu, verlorengegangenes Vertrauen in BP wiederherzustellen. "Ich weiß, dass nur Taten und Ergebnisse, nicht aber reine Worte dies erreichen können", sagte er. "Ich gebe Ihnen mein Versprechen als Chef von BP, dass wir nicht ruhen werden, ehe wir die Aufgabe erledigen."

Viele Abgeordnete des Energieausschusses, der Hayward vorgeladen hatte, stellten den Konzernchef mit scharfen Kommentaren zur Rede. Der BP-Chef müsse schlimmstenfalls mit einem "goldenen Handschlag daheim in England" rechnen, sagte Sitzungspräsident Bart Stupak. "Wir in Amerika hingegen müssen mit den schrecklichen Folgen der Missachtung leben, die BP gegenüber Sicherheitsbestimmungen gezeigt hat."

Der Abgeordnete Henry Waxman warf Hayward vor, an der Sicherheit gespart zu haben. "Unter ihrer Führung hat BP extreme Risiken in Kauf genommen", sagte er zu Hayward.

Hayward bat um Verständnis dafür, dass die genauen Ursachen der Explosion auf der Förderplattform "Deepwater Horizon" am 20. April und das anschließende Versagen der Sicherheitssysteme noch nicht geklärt seien. Es seien noch ausgiebige Untersuchungen des Hergangs nötig, sagte er.

Der Konzernchef nahm Bezug auf eine fast zwei Monate alte BP-interne Untersuchung. Diese konzentriere sich auf Pannen bei insgesamt sieben Sicherheitsmechanismen, die eigentlich den Unfall hätten verhindern oder zumindest das Ausmaß der Ölpest hätten eindämmen sollen. Der BP-Chef nannte unter anderem den Zement zur Abdichtung des Bohrlochs, die Ummantelung der Quelle, die demselben Zweck dienen sollte, sowie die Sicherheitsventile.

Hayward zeigte sich in der Anhörung zuversichtlich, dass sein Konzern die finanziellen Lasten des Unglücks werde schultern können. Am Vortag hatte sich BP auf Druck der US-Regierung bereiterklärt, 20 Milliarden Dollar in einen Entschädigungsfonds zu zahlen.

la/afp

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