Medien N24 an Aust-Konsortium verkauft

Die Fernsehgruppe ProSiebenSat.1 hat einen Käufer für seinen verlustreichen Nachrichtensender N24 gefunden. Den Zuschlag hat ein Bieterkonsortium erhalten, dem das N24-Management sowie der frühere "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust angehören.
Neuer Eigentümer: Der Nachrichtensender N24 wird an das ehemalige Management und eine Investorengruppe verkauft

Neuer Eigentümer: Der Nachrichtensender N24 wird an das ehemalige Management und eine Investorengruppe verkauft

Foto: DDP

München - Die Sendergruppe ProSiebenSat.1 Media verkauft ihren defizitären Nachrichtenkanal N24. Wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte, übernehmen N24-Geschäftsführer Torsten Rossmann, der frühere "Spiegel"-Chefredakteur Stefan Aust und der ehemalige "Spiegel TV"-Manager Thorsten Pollfuß den Sender in der neu gegründeten N24 Media GmbH.

Der Münchner TV-Gruppe entstünden durch das Ausscheiden von N24 aus dem Konzernverbund im zweiten Quartal Kosten bis zu 41 Millionen Euro sowie Abschreibungen von bis zu zwölf Millionen Euro.

Der Kaufvertrag umfasst auch die Produktionsgesellschaft Maz & More, die unter anderem das Frühstücksfernsehen für Sat.1 produziert. Neben dem Verkauf wurde ein bis Ende 2016 laufender Vertrag für die Zulieferung sämtlicher Nachrichtenformate der Sender Sat.1, ProSieben und Kabel 1 unterzeichnet. Das Sat.1-"Frühstücksfernsehen" und das "Sat.1-Magazin" werden bis mindestens Mitte 2014 von dem neuen Unternehmen geliefert.

"Das N24-Management-Team, Stefan Aust und Thorsten Pollfuß haben uns mit ihrem Konzept überzeugt. Durch langjährige Verträge bietet ProSiebenSat.1 ihnen die notwendige Stabilität, damit N24 Media sich in Berlin als neuer unabhängiger Informations-Dienstleister etablieren kann", sagte der Vorstandsvorsitzende der ProSiebenSat.1 Media AG, Thomas Ebeling.

Ebeling hatte im November gesagt, Nachrichten seien für die Mediengruppe "in jedem Fall ein Zuschussgeschäft". Daher stehe neben einem Verkauf "eine Optimierung der derzeitigen Form von N24 bis hin zu einer völligen inhaltlichen Neuausrichtung" zur Debatte. In den folgenden Monaten hatten mehrere Bieter Angebote eingereicht. Zuletzt schien auch wieder ein Verbleib des Senders im ProSieben-Konzern möglich.

N24 kündigte am Mittwoch an, das Programmschema weitgehend beibehalten zu wollen. Im zweiten Halbjahr 2010 werde es "umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen" geben. Nach aktuellem Stand sollen 72 Stellen durch Vertragsaufhebungen und Kündigungen abgebaut werden. Nach Abschluss der Maßnahmen plant der Sender mit rund 141 Stellen. Ein Sozialplan war bereits im März ausgehandelt worden.

Der bisherige N24-Chefredakteur Peter Limbourg wechselt als Senior Vice President Nachrichten & Information zu ProSiebenSat.1, seine Nachfolge beim Nachrichtensender tritt sein bisheriger Stellvertreter Arne Teetz an.

kst/ddp/reuters
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