Pleitebank 22 Milliarden Dollar für Lehman-Gläubiger

Der Insolvenzverwalter der US-Pleitebank Lehman Brothers will die Gläubiger des Instituts zügig entschädigen. Weil es Jahre dauern würde, allen individuellen Ansprüche zu behandeln, schlägt er laut einem Medienbericht eine einvernehmliche Lösung vor.
Ende einer Investmentbank: Angestellte verlassen das Gebäude von Lehman Brothers am 15. September 2008

Ende einer Investmentbank: Angestellte verlassen das Gebäude von Lehman Brothers am 15. September 2008

Foto: ? Andrew Winning / Reuters/ REUTERS

New York - Der europäische Insolvenzverwalter der inzwischen aufgelösten US-Investmentbank Lehman Brothers will deren Gläubiger offenbar mit 22 Milliarden Dollar (18 Milliarden Euro) abfinden. Der Insolvenzverwalter PricewaterhouseCoopers (PwC) werde seinen Plan am Mittwoch vorstellen, der im Kern eine einvernehmliche Lösung mit den Gläubigern anstrebt und so eine schnelle Auszahlung der Mittel noch 2011 erlauben soll, sagte ein PwC-Partner dem "Wall Street Journal".

Die individuelle Geltendmachung von Ansprüchen dürfte dagegen mehrere Jahre in Anspruch nehmen. PwC-Partner Steven Pearson bezeichnete den eigenen Plan dem Bericht zufolge als "ziemlich avantgardistisch".

Der Vorschlag zur Auszahlung der Mittel kommt ein Jahr und neun Monate nach dem Kollaps der Investmentbank während des Höhepunkts der Finanzkrise im September 2008. Rund 80 Töchter weltweit mussten in der Folge nach dem jeweils geltenden nationalen Recht abgewickelt werden. Der Insolvenzverwalter hat nun die Höhe der Ansprüche der einzelnen Gläubiger nach bestimmten Kriterien zusammengetragen, um die Basis für eine einvernehmliche Lösung zu schaffen.

PwC wolle die 6500 Gläubiger - meistens Banken oder Versicherer - nun kontaktieren und um ihre Zustimmung zu dem Plan werben. Auf Gläubigerversammlungen im Sommer in London und New York soll darüber informiert werden, die Abstimmung über den Plan soll im vierten Quartal erfolgen.

Der PwC-Partner sprach laut der Zeitung davon, dass der Plan nur mit einer breiten Unterstützung der Gläubiger umgesetzt werde, also mit einer Zustimmung von "wahrscheinlich rund 90 Prozent". Bei einer Ablehnung müsse der Insolvenzverwalter über jeden angemeldeten Anspruch der Gläubiger einzeln entscheiden.

nis/ddp
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