Deutsche Bank Anshu Jain wird Chef-Investmentbanker

Machtverschiebung im Vorstand der Deutschen Bank: Der bisherige Co-Investmentbankchef Michael Cohrs gibt seinen Posten im Sommer auf. Anshu Jain wird ab dann alleinverantwortlich für das Kerngeschäft des Instituts sein. Jain stärkt damit seine Machtbasis in der bedeutendsten Bank Deutschlands.
Seit 2009 Mitglied des Vorstands der Deutschen Bank: Anshu Jain lenkt das Investmentbanking des Geldhauses künftig allein. Die Spekulationen, dass Jain 2013 Josef Ackermann beerben wird, erhalten dadurch neue Nahrung

Seit 2009 Mitglied des Vorstands der Deutschen Bank: Anshu Jain lenkt das Investmentbanking des Geldhauses künftig allein. Die Spekulationen, dass Jain 2013 Josef Ackermann beerben wird, erhalten dadurch neue Nahrung

Foto: Deutsche Bank

Frankfurt am Main - Das Investmentbanking der Deutschen Bank  wird künftig aus einer Hand geführt. Anshu Jain übernimmt von Juli an die Aufgabe im Vorstand des größten deutschen Instituts. Bislang teilte sich Jain die Verantwortung im für das Investmentbanking mit seinem Kollegen Michael Cohrs. Dieser werde Ende September auf eigenen Wunsch aus dem Vorstand ausscheiden, teilte die Deutsche Bank am Dienstagabend in Frankfurt mit. Damit ist Jain für den mit Abstand größten Bereich des Instituts verantwortlich.

Cohrs leitete bislang die Global-Banking-Sparte, während Jain für den Bereich Sales and Trading verantwortlich war, der unter anderem das Geschäfts mit Staats- und Unternehmensanleihen, Rohstoffen, Aktien, Devisen sowie Zins- und Kreditderivaten einschließt. Beide zusammen führten die Corporate and Investment Bank, die nun allein in der Hand von Jain liegt. Cohrs wird noch bis Oktober im Vorstand der Deutschen Bank bleiben, um den Übergang zu begleiten.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, sagte er sei überzeugt davon, dass Jain den Erfolg der Sparte fortsetzen werde. Bis 2011 soll die Investmentbank rund Dreiviertel des angepeilten Vorsteuergewinns von 10 Milliarden Euro einbringen. In den vergangen Tagen war der Name von Jain im Zusammenhang mit einer möglichen Nachfolge von Ackermann gebracht worden.

Die Deutsche Bank wies die Spekulationen immer wieder zurück. Ackermanns Vertrag laufe bis 2013. Die Spekulationen entbehrten jeder Grundlage. Ackermann selbst hatte auf der Hauptversammlung des Instituts Ende Mai gesagt: "Ich bin immer der Meinung, Übergangszeiten müssen kurz sein."

kst/dpa-afx/ddp
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