Freitag, 6. Dezember 2019

Deutscher Markt bricht ein Autobauer im Exportfieber

Die Autohersteller haben im Mai ein Drittel weniger Fahrzeuge als im Vorjahr verkauft. In den Werken läuft die Produktion dennoch auf Hochtouren - die Exporte ziehen stark an. Besonders in den USA und China steigt die Nachfrage nach Autos aus Deutschland.

Berlin - Die Neuwagenverkäufe sind in Deutschland auch im Mai schleppend verlaufen. Die Zahl der Neuzulassungen ging im Vergleich zum Vorjahr um 34 Prozent auf 252.800 Autos zurück, wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Mittwoch in Berlin mitteilte.

Seit Jahresbeginn wurden damit 1,18 Millionen neue Wagen in den Verkehr gebracht. Dies entspricht gegenüber dem von der Abwrackprämie begünstigten Vorjahreszeitraum einem Rückgang von 28 Prozent. Die deutschen Hersteller konnten ihren inländischen Marktanteil weiter auf 71 Prozent ausbauen. Der VDA hob hervor, dass die Neuzulassungen in den ersten fünf Monaten - bezogen auf den Durchschnitt der Jahre 2009 und 2010 - um 4 Prozent über dem langjährigen Niveau lagen.

Vielversprechend entwickelte sich dagegen die Nachfrage auf den internationalen Märkten, die den Export deutscher Wagen ankurbelte. Die Ausfuhren legten im Mai um 46 Prozent auf 367.700 Stück zu. Zwischen Januar und Mai lag die Steigerungsrate gar bei 49 Prozent auf 1,77 Millionen Fahrzeuge. "Wichtige Impulse kommen im bisherigen Jahresverlauf vor allem aus China und den USA", sagte VDA-Präsident Matthias Wissmann.

In China boomt die Auto-Konjunktur schon seit längerem - auch dank staatlicher Unterstützung. In den USA sind die hohen Zuwachsraten auf die wieder anspringende Konjunktur, aber auch auf die schwachen Vergleichswerte aus dem Vorjahr zurückzuführen.

Damit machte der Export den Rückgang der Pkw-Nachfrage im Inland mehr als wett. Wegen der starken Auslandsnachfrage zog auch die Produktion wieder an. Sie lag im Mai um zehn Prozent über dem Vorjahr bei 470.100 Wagen. Der Rückgang auf dem deutschen Markt kommt nach dem Ende der Abwrackprämie nicht überraschend. Für das laufende Jahr rechnen die Verbände mit rund einer Million weniger Neuzulassungen und damit einem Absatz von rund 2,8 Millionen Autos.

nis/dpa-afx/ap

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