Montag, 17. Februar 2020

Globale Wirtschaftspolitik Ist die nächste Krise unausweichlich?

Geldschwemme: Aus der "Exit-Strategie" der Notenbank wird vorerst nichts

2. Teil: Niemand kann sich der Maxi-Geldversorgung entziehen

Dabei müsste längst etwas geschehen. Seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 ist die globale Liquidität (M1), die bereits seit Mitte der 90er Jahre deutlich schneller gewachsen war als das Sozialprodukt, nochmals gestiegen.

Maxi-Geldversorgung global - und niemand kann sich entziehen. Länder, die versuchen, die Zinsen anzuheben, sehen sich mit internationalen Kapitalzuflüssen konfrontiert. In der Folge wertet die Währung auf, während die Zinsen niedrig bleiben. Es ist die perfekte Mischung für neue Immobilienbubbles und Exportschwächen - für die spanische Krankheit.

Die Macht der nationalen Geldpolitik schwindet

Dies ist die Lehre aus dem bisherigen Verlauf der Krise: In einem global integrierten Kapitalmarkt schwindet die Macht der nationalen Geldpolitik. Ein Land allein kann sich der weltweiten Tendenz zu immer mehr Überschussliquidität kaum entziehen. Selbst Kapitalimportkontrollen und Steuern helfen wenig in Zeiten des Überflusses flüssiger Mittel - wie Chinas Kapitalmarkt-Bubbles und Indiens Inflationsprobleme zeigen.

Weil der globale Geldüberschuss ein globales Phänomen ist, dessen negative Spätfolgen ebenfalls globale Auswirkungen haben dürften, müsste es eigentlich ein weltweit koordiniertes Vorgehen der Regierungen und Notenbanken geben. Jedes Land müsste angehalten werden, die Folgen seines geldpolitischen Handelns für andere Volkswirtschaften mitzubedenken. Eigentlich müssten sich die G20-Staaten auf einen abgestimmten Plan zur Straffung der Geldpolitik verständigen - auf eine vorhersehbare Exit-Strategie. Aber die ist nicht in Sicht.

Die Rechnung kommt später.

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