Mittwoch, 19. Februar 2020

China Der Drache kauft die Welt

Während Europa, die USA und Japan unter gigantischen Haushaltsdefiziten ächzen, spielt China seinen Reichtum aus. In der Krise investieren Staat und Unternehmen weltweit in Häfen, Bergwerke und Industrieunternehmen - teils zu Spottpreisen. Das Land setzt zum Sprung an die Spitze der Wirtschaftsmächte an.

Hamburg - Am Pfingstmontag hat ein chinesischer Investor mal wieder ein ganzes Land glücklich gemacht. Etwa 2,7 Milliarden Dollar will der China International Fund in Guinea investieren, wurde bekannt. Mit dem Geld sollen unter anderem ein Hafen und eine neue Eisenbahnlinie entstehen, über die die reichen Erzvorkommen des Landes abtransportiert werden.

Werkzeug des Erfolgs: Der schwache Yuan verhilft China zu seinen märchenhaften Exporterfolgen
"Damit entsteht eine strategische Verbindung, über die wir unsere Erzvorkommen erschließen können", jubelte Guineas Bergbauminister. Der Aktienkurs des ebenfalls in dem Projekt engagierten Minenunternehmens Bellzone sprang nach Bekanntwerden der Nachricht um 59 Prozent an.

Mal wieder hat Geld aus China den Durchbruch für ein gewaltiges Rohstoffprojekt in Afrika gebracht. Das Muster ist oft dasselbe: Die vielfach verarmten Staaten der Region gewähren Konsortien unter chinesischer Führung Zugang zu den gigantischen Rohstoffschätzen. Im Gegenzug bauen chinesische Firmen die Infrastruktur des jeweiligen Landes aus.

Fundament für den weiteren Aufschwung

chinamanager 05/2010

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In der weltweiten Wirtschaftskrise kommt China zugute, dass das Land und seine Fonds und Firmen flüssig sind. "China hat gewaltige Währungsreserven angehäuft, nun muss es Kapital exportieren", sagt der Rohstoffexperte des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts, Michael Bräuninger, gegenüber manager magazin. Auf 2,4 Billionen Dollar taxiert die Regierung die Devisenreserven des Riesenreichs, mit etwa 250 Milliarden ist das Land im Ausland investiert.

Nun kann sich China das Fundament für den weiteren wirtschaftlichen Aufschwung sichern - oft zu günstigen Preisen. Dies meist in Form von Industrierohstoffen, immer häufiger aber auch durch Investments in Technologie und Marken.

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