Bewerbertagebuch Kontakte, Cases, Karriere

Die Wirtschaft hellt sich auf, doch Bewerbungen sind immer noch eine langwierige und nervenaufreibende Angelegenheit. Zwei Absolventen berichten für manager magazin regelmäßig über ihre Erfahrungen bei der Jobsuche. Lars Kleinau ist frischgebackener Diplom-Betriebswirt.

April 2009

Zum ersten Mal erhielt ich ein Jobangebot via Xing. Eine Personalverantwortliche der Managementberatung Detecon aus der Schweiz schrieb mich an. Geantwortet habe ich jedoch nicht, da dies für mich nicht in Frage kam. Mein Studienabschluss war zu diesem Zeitpunkt für mich wichtiger.

September 2009

Gleich am ersten September wurde ich via Xing von einer Dame mit der Bezeichnung "Senior Specialist Campus Marketing" auf ein areer-Event Ende Oktober aufmerksam gemacht. Nach kurzer Prüfung stellte sich heraus, dass dieser Event durchaus interessant ist. Ein Kommilitone, der eine ähnliche Veranstaltung besuchte, meinte, die Firmenvertreter seien in angenehmer Atmosphäre bemüht, sich ein umfassendes Bild von geeigneten Kandidaten zu machen. Am Ende kann durchaus ein Jobangebot das Resultat sein.

So startete ich im September eine Bewerbung für das Career Event "Audit, Finance & Consulting" am 30.-31.10.09 in Frankfurt, organisiert von der Access KellyOCG GmbH. Zu den Unternehmen, die diesen Event ausrichteten, zählten unter anderem KPMG und PwC. Die Bewerbung war über das Onlinebewerbungssystem erwünscht, allerdings auch per E-Mail möglich. Nach Eingangsbestätigung meiner Bewerbung schaute ich online im Bewerberaccount nach und musste erschrocken feststellen, dass dem nicht so war. Die persönlichen Daten wie Lebenslaufangaben wurden unvollständig und teilweise fehlerhaft aus meinem Lebenslauf in das Profil übertragen, sodass ich vier Stunden lang die Daten korrigierte. Als zwei bis drei Wochen später die Absage kam - mit der Begründung, man habe nach sorgfältiger Auswahl festgestellt, dass nur die Kandidaten berücksichtigt werden konnten, die die Anforderungen am besten erfüllten, bestätigte sich mein schlechtes Gefühl.

Weitere Bewerbungen habe ich aufgrund meiner intensiven Prüfungsvorbereitung (letzte Klausur Anfang Oktober) dann erstmal nicht in Angriff genommen.

Oktober 2009

Mitte Oktober wurde ich per E-Mail durch meinen Prof (Lehrstuhl für Unternehmensrechnung und Rechnungslegung) auf einen Karriere-Event von KPMG aufmerksam. Angeschriebene Lehrstühle von Universitäten sollten deutschlandweit Studententeams (je vier Kandidaten) für Regionalausscheide in Düsseldorf, Berlin, Frankfurt und München berufen und benennen. An unserer Universität Bielefeld verlief es so, dass sich Studenten mit einer Kurzbewerbung und Motivationsschreiben beim Prof bewerben sollten. Dies ist nicht überall so. An manchen Universitäten können direkt die studentischen Mitarbeiter der Lehrstühle ohne Auswahlprozess an diesem Event teilnehmen.

Ich hatte mich am 30.10.09 ich über den Lehrstuhl für das Event "KPMG's International Case Competition" beworben, welches am 21.11. in Düsseldorf stattfinden sollte. Die Zusage folgte schnell, sodass wir noch genug Zeit zur Vorbereitung hatten. Ein hilfsbereiter und aufgeschlossener Kommilitone, der es im Vorjahr mit dem Team der Uni Bielefeld bis ins Regionalfinale nach Berlin schaffte, gab uns zahlreiche gute Tipps, worauf es bei diesem Event ankommt. Case Studies sind schließlich eine Spezialität für sich. Unternehmen nutzen diese verstärkt für Personalauswahlprozesse, aber an den Unis bekommt man im Studium davon nicht viel mit. An Privatunis wird man mit Cases verschiedenster Art im Wochentakt konfrontiert, wie wir später vom Siegerteam aus Leipzig (Studenten der HHL) erfuhren.

Am fünften Oktober erhielt ich erneut ein Jobangebot via Xing. Absender war dieses Mal die Swiss Virtual Business School, die eine Projektassistenz ab November in Toronto suchte. Erstens war dieses Angebot aufgrund der angegebenen Einsatzorte für mich nicht relevant, zweitens wusste ich die Seriosität des Absenders nicht recht einzuschätzen. Dies habe ich auch nicht weiter geprüft.

Interessanter war eine Anfrage via Xing von einem Herr von Absolventa, der im Auftrag für die BearingPoint GmbH eine Projektstelle zu besetzen hatte. Allerdings war diese Stelle auf ein Jahr befristet. Das war nicht gerade, was ich suchte, wenngleich jede zweite Stelle derzeit befristet wird, wie man aus einschlägigen Medien erfahren muss. Was den Jobeinstieg angeht, so mag ich eher den klassischen Direkteinstieg und nicht ein Trainee-Programm oder eine befristete Projektstelle.

Ende Oktober erhielt ich die Nachricht eines Personaldienstleisters (ingeniam Executive Search & Human Capital Consulting) via Xing, dass man mein Profil interessant fände und dies möglicherweise auf die Position eines Mandanten im Bereich Wirtschaftsprüfung passen könnte. Ich sollte doch bitte die Kontaktdaten freischalten, damit ein Kontakt zustande käme. Dies lehnte ich dankend ab.

"Kartentausch vor allem mit dem Siegerteam"

November 2009

Am 05. November schrieb mich ein selbstständiger Personaldienstleister via Xing an. Die Coface AG suche speziell Absolventen meiner Fachrichtung für einen Einstieg als Firmenkundenberater. Die Coface AG ist kein kleiner Fisch, sondern mit mehr als 370 Millionen Euro Jahresumsatz im Bereich Kreditmanagement eine Größe und zudem als Sponsor von Mainz 05 bekannt. Auch auf dieses XING-Jobangebot ging ich nicht näher ein, da es nicht in meinem Interessengebiet lag.

"KPMG's International Case Competition" am 21. November 2009 in Düsseldorf

Die Anreise zum Event erfolgte mit Zug und Taxi. Unser Team bestand aus vier Kommilitonen der wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät. Eine Dame und drei Männer. Man kannte sich, wenn überhaupt, nur flüchtig, was in anderen Teams bei diesem Event vielleicht anders sein sollte. Leicht angespannt betraten wir die imposante Niederlassung knapp eine halbe Stunde vor Veranstaltungsbeginn. Am Samstagvormittag um 10 Uhr startete die Veranstaltung mit einer einstündigen Begrüßung und Vorstellungsrunde.

Für das leibliche Wohl war tagsüber in einem Nebenraum gesorgt. Im Konferenzraum nahmen alle 12 Teams von Universitäten mit je vier Mann am ovalen Tisch Platz. Am Kopf des Tisches hielten die KPMGler ihre Kurzvorträge. Insgesamt war es eine angenehme Atmosphäre. Die Bearbeitung der Cases erfolgte in der Zeit zwischen 11 und 20 Uhr. Es gab einen genauen Zeitplan, wann welches Team zu welcher Station erscheinen sollte. Es gab drei solcher Stationen, in denen Teamgeist, Präsentationstechniken und Geschicklichkeit gefordert wurden. Das Hauptaugenmerk lag indes auf dem Case, wofür es zwei Stunden Vorbereitungszeit für jedes Team gab. Dazu gab es eine rund 30-seitige englische Broschüre und zwei bis drei Fragen.

Zwei Stunden vergehen sehr schnell. Besonders, wenn man einen englischen Vortrag vorbereiten muss, den man idealerweise ohne Handzettel und ohne zu sehr an den Folien zu hängen souverän vortragen soll. Die Vorbereitung erfolgte in einem separaten Raum quasi "unplugged" - also ohne technische Hilfsmittel oder Zugriff auf das Internet.

Dann kam der entscheidende Moment - der Vortrag. 20 Minuten für uns, die man auch nutzen sollte. Keiner von uns hatte länger als ein Semester im Ausland verbracht. Dementsprechend waren unsere Englischkenntnisse zwar sehr gut, aber eben nicht hervorragend, wie man es in einer Big-Four-Gesellschaft gewohnt ist. Die Fragen aus der Jury wurden, zur unserer Verwunderung, übrigens allen Teams in der Feedback-Phase auf Deutsch gestellt.

Zwischen den einzelnen Stationen konnte man sich mit anderen Studenten austauschen und sich ein Bild über die Motive der Kandidaten machen. Natürlich gab es auch unterhaltsame Konversationen mit KPMGlern, in denen man feststellen konnte, dass einige auch erst seit Kurzem dabei sind. Besonders in Erinnerung blieb mir ein Herr, der mir die Vorteile von KPMG einprägsam nannte. Den Teamgeist und die gute Stimmung hob er besonders hervor. Dass ich zuvor in einem Praktikum teilweise etwas anderes erfahren hatte, verschwieg ich in diesem Moment.

Am Abend gab es die Siegerehrung. Nur die besten Drei wurden genannt. Alle anderen blieben inkognito. Anschließend ging es in ein nobles Restaurant, in dem wir in angenehmer Atmosphäre beim 4-Gänge-Menü den Abend mit den KPMGlern ausklingen ließen. Der Visitenkartenaustausch fand allerdings primär zwischen dem Siegerteam und den KPMGlern statt.

Übernachten konnten Auswärtige im 4-Sterne-Hotel, was einige in Anspruch nahmen und ebenfalls wie der Abend im guten Restaurant auf Rechnung von KPMG ging.

In der Hoffnung, im Rahmen der Veranstaltungen KPMG besser kennenzulernen und vielleicht den ein oder anderen Kontakt zu knüpfen, schickte ich im gleichen Monat eine Bewerbung für das Event KPMG Backstage, wofür ich allerdings eine Absage erhielt. Meine Vermutung ist, dass das Onlinebewerbungssystem die Entscheidung fällte und die Bewerbung keiner gesehen hat.

"Kaltes Buffet mit Bertelsmännern und -frauen"

Berufseinstiegsmesse in der Uni Bielefeld am 12. März 2009

Im November jeden Jahres findet in der Uni eine Messe statt, auf der sich sowohl große als auch kleinere Firmen sämtlicher Branchen auf der Suche nach Absolventen und Praktikanten präsentieren. Also ein Pflichttermin für mich. Ich führte mehrere Gespräche mit Vertretern von Wirtschaftsprüfer-Gesellschaften aber auch anderen Firmen. Infos sammeln für später ist genauso wichtig wie das Visitenkartensammeln. Einen Kontakt habe ich am gleichen Abend noch bei Xing hinzugefügt.

Dezember 2009

Weil Fallstudien vermehrt Einsatz finden und man diese nicht oft genug üben kann, bewarb ich mich Anfang Dezember für ein Fallstudienseminar der Bertelsmann AG, welches in Kooperation mit der Uni Bielefeld am 26. Januar stattfinden sollte. Die Bewerbung erfolgte zunächst über die Uni Bielefeld, Zu- und Absagen übernahm Bertelsmann.

Januar 2010 - Bertelsmann AG Fallstudienseminar am 26. Januar 2010 in Gütersloh

Insgesamt sind Ähnlichkeiten zum Event der KPMG AG im November festzustellen, aber die Atmosphäre im Corporate Center in Gütersloh war meiner Meinung nach etwas freundlicher. Der einzelne Kandidat kam hier besser zur Geltung, denn weniger als 20 Studenten trafen auf fünf bis sieben Leute von Bertelsmann. Die Smalltalks zwischendurch waren nicht ein "zufälliges Produkt" in einer Pause; sondern die Personalverantwortlichen und Mitarbeiter der einzelnen Abteilungen fragten, was man bereits im Studium erreicht hat, warum man wo studierte oder ein Praktikum absolvierte. Kurzum: Ich fühlte mich besser aufgehoben.

Die Zusammenstellung der Teams erfolgte nach einer Vorstellungs- und Begrüßungsrunde durch Bertelsmann. Für die Bearbeitung der Cases gab es ausreichend Zeit bis zum Nachmittag.

Allein die Tatsache, dass während der Bearbeitung des Cases ständig Mitarbeiter von Bertelsmann ansprechbar waren und auch unterstützend assistierten, empfand ich als angenehm. Des Weiteren konnte man, wie es sich für einen Medienkonzern gehört, auch mehrere Medien für die Präsentation nutzen. Genauso war ein Zugriff auf das Internet möglich, ohne das heute kein Student mehr eine Hausarbeit, einen Vortrag oder eine Abschlussarbeit erstellt.

Die einzelnen Teams hatten im Rahmen der Fallstudienbearbeitung unterschiedliche Projekte zu erarbeiten und deren Vorstellung vorzubereiten. Am Ende der Bearbeitungszeit hatte jedes Team zwanzig Minuten für seinen Abschlussvortrag Zeit. Die Präsentation wurde als Rollenspiel einer nachgestellten Vorstandssitzung der Bertelsmann AG gehalten. Dies verlieh dem ganzen einen realistischen Eindruck, wie im weit verzweigten Medienkonzern mit seinen fünf Bereichen die Entscheidungen getroffen werden.

Nach einer Feedback-Runde gab es ein kleines Get-Together bei kaltem und warmem Buffet in ungezwungener Atmosphäre, während informative Gespräche mit den "Bertelsmännern und -frauen" geführt werden konnten. Nicht jeder machte davon intensiven Gebrauch.

Februar 2010

Im Februar, knapp zwei Monate vor Abgabe der Diplomarbeit, begann ich mich intensiver mit dem Thema Bewerbungen auseinander zu setzen. Via Onlinebewerbungssystem bewarb ich mich bei einem großen Wirtschaftsprüfer. Die Antwort kam 12 Tage später per E-Mail. Aus Interesse nach dem Grund der Absage rief ich an und bekam allerdings auch keine eindeutige Aussage. So bleibt für mich offen, ob Personaler meine Bewerbung schlecht fanden, vielleicht da die Noten nicht durchweg eine Eins vor dem Komma stehen haben - oder entsprechende Fachabteilungen zu wenig Praxiserfahrung in meinen Unterlagen erkannten.

In der Hoffnung, vielleicht erstmal bei kleinen Gesellschaften ein Vorstellungsgespräch zu bekommen, bewarb ich mich bei einer Gesellschaft, die einen seriösen Eindruck mit ihrem Internetauftritt machte. Nach einem kurzen Anruf, ob die sehr allgemein gefasste vakante Position noch unbesetzt ist, bewarb ich mich per E-Mail. Zwei Wochen später erhielt ich eine briefliche Absage.

Anrufe bei weiteren Wirtschaftsprüfungsgesellschaften in der Region brachten mich zu der Erkenntnis, zum falschen Zeitpunkt mit dem Studium fertig zu werden. Der Herbst oder Spätsommer wäre besser gewesen. Wenige Kontaktpersonen vertrösteten mich auf August und September. Ich solle doch dann noch mal Kontakt zu ihnen suchen. Diese Aussage war alles andere als zufriedenstellend, denn aus Erfahrungen von ehemaligen Kommilitonen weiß ich, dass WP-Gesellschaften auch Arbeitsverträge mit Einstiegsdatum September/Oktober im Frühjahr fix machen.

Im Februar erhielt ich erneut eine Nachricht von einem Personal- und Unternehmensberater. Der Bitte, meine Kontaktdaten freizuschalten, ging ich nicht nach, denn der Schwerpunkt dieser Personalberatung liegt auf der Suche nach Kontakten zu Vertriebsmitarbeitern und Führungskräften für Finanzdienstleistungsunternehmen. Das ist nicht das Zielgebiet, in dem ich eine Beschäftigung anstrebe.

"Sehr pauschal und ohne Angabe von Gründen"

März 2010

Nur noch einen Monat vor Abgabe der Diplomarbeit nutzte ich den persönlichen Kontakt einer Studienfreundin, die bei einer Big-Four-Gesellschaft in Düsseldorf arbeitet. Sie hatte stets betont, dass sie versuchen würde, meine Bewerbung weiterzureichen. Dieses Angebot nahm ich dankend an, denn eine Vitamin-B-Bewerbung kommt wenigstens eine Runde weiter als durch "Onlinebewerbungsfilter" durchzufallen, dachte ich mir. So schickte ich ihr meine vollständigen Unterlagen am 3. März per E-Mail zu. Etwas Hoffnung hatte ich natürlich, zumindest ein Vorstellungsgespräch zu erhalten. Doch wusste ich auch aus anderen Quellen, dass Personal vor kurzem in allen Bereichen abgebaut wurde. Anderthalb Wochen später bekam ich den Anruf von meiner Studienkollegin mit der Nachricht, dass meine Bewerbung nicht berücksichtigt werden konnte. Es sind derzeit einfach keine Stellen zu besetzen. Intern sei nicht eine einzige Stelle ausgeschrieben, zudem herrsche Einstellungsstopp. Wenn überhaupt, so schaue man sich gelegentlich Top-Kandidaten mit Einser-Abschluss und eventueller Promotion an, aber eine Einstellung sei derzeit so gut wie ausgeschlossen. Diese Aussagen waren dennoch wertvoll für mich. Derlei Stellenausschreibungen findet man täglich in jeder Jobbörse, und es scheint fast, als sei dies alles nur Makulatur.

Einen Tag später, nach dem Anruf, kam diese Nachricht auch per E-Mail. Sehr pauschal ohne Angabe eines relevanten Grundes.

Im Folgenden versuchte ich es einmal über den im November geschlossenen Kontakt via Xing bei einer ortsansässigen WP-Gesellschaft. Ich bekundete mein Interesse an einem zeitnahen Jobeinstieg und bekam schnell die Aufforderung der zuständigen Sekretärin, meine Bewerbungsunterlagen einzureichen. Positiv durch die schnelle Rückmeldung überrascht, sendete ich meine Unterlagen, aber nur einen Tag später fand ich bereits die Absage in meinem Postfach. Eine telefonische Rückfrage führte erneut nicht zur schnellen Erklärung des Grundes. Wenig später kam die Mitteilung per E-Mail, dass die Prüfungssaison bereits auf Hochtouren läuft und kein Bedarf besteht und meine Bewerbung nicht berücksichtigt werden konnte. Schade, denn von dieser Gesellschaft hatte ich bisher ein sehr positives Bild und zudem weiß ich, dass die Arbeitsatmosphäre bei dieser knapp einhundert Mann starken Gesellschaft hervorragend ist.

Am 09. März bewarb ich mich auf eine Stelle im Konzernrechnungswesen bei der Lanxess AG in Leverkusen. Nach meiner Anmeldung bei Absolventa.de bin auf die Stelle aufmerksam geworden und bewarb mich über das Onlinebewerbungssystem, was recht zügig ging.

Eine Bewerbung auf eine andere Stelle bei einem großen mittelständischen Automobilzulieferer nicht weit entfernt war dagegen wesentlich umständlicher, denn im Bewerbungssystem war keine Angabe ersichtlich, wie groß die einzelnen Dateianhänge sein dürfen. Somit kann eine Bewerbung schnell nervenaufreibend werden. Selbst nach sorgfältiger Überprüfung der einzelnen Angaben und dem Hochladen der Dateien hat man dann irgendwie kein gutes Gefühl mehr.

Bei beiden Bewerbungen erhielt eine elektronische Eingangsbestätigung. Nach jeweils 2 bis 3 Wochen zudem die Absagen, die ich emotionslos hinnahm, denn ich denke, dass ich nicht recht auf die Stelle passte und die Angaben meines Lebenslaufs auch nicht immer auf die Onlinebewerbungssysteme passten.

Für die Zukunft nahm ich mir vor, solche Onlinebewerbungssysteme, wenn möglich, zu umgehen. Wenn Persönlichkeit, Kommunikationsfähigkeit, praktische Erfahrungen und Sprachkenntnisse zu den wichtigsten Einstellungskriterien zählen, frage ich mich ohnehin, wie all diese Aspekte mit Onlinebewerbungssystemen herausgefunden werden.

So habe ich Ende März eine Bewerbung per E-Mail an ein mittelständisches Unternehmen gesendet. Mein Bauchgefühl gab mir dieses Mal Recht. Die Stelle war ausgesprochen interessant und von den geforderten Kriterien entsprach ich allen. So hoffte ich dieses Mal mehr als sonst auf eine positive Nachricht. Wenige Tage später kam die Einladung zum Vorstellungsgespräch, welches zeitnah folgte. Dieses empfand ich als äußerst angenehm, denn in mehr als einer Stunde wurden alle Punkte meines Lebenslaufs mehr oder weniger Gesprächsthema. Sei es das Praktikum in einer Big-Four-Gesellschaft, mein Engagement in der studentischen Unternehmensberatung, interessante Nebenjobs oder mein Auslandsaufenthalt in Russland. Natürlich wurden auch meine Englischkenntnisse kurz getestet.

Da dieses Gespräch der erste von möglichen zwei Terminen war, wartete ich nun fieberhaft auf eine positive Rückmeldung.

Über Absolventa erhielt ich Mitte März erstmals ein Jobangebot. Aber da es sich hierbei um die MLP AG handelte, lehnte ich ohne lange zu zögern ab. Weiterhin setzte ich die Deutsche Ärzte Finanz Beratungs- und Vermittlungs AG auf die Ignore-Liste, denn ihre für mich absolut nicht interessanten Stellenangebote nahmen hyperinflationäre Tendenzen im Jobportal von Absolventa an.

"Stelle besetzt, aber weiter ausgeschrieben"

April 2010

Am 13. April erhielt ich die Kontaktanfrage einer mittelständischen WP-Gesellschaft in NRW via Absolventa. Zunächst war ich erfreut, dass auf diesem Weg ein attraktiver Arbeitgeber auf mich aufmerksam geworden war. Jedoch gab es bis heute keine weitere Meldung. Eine zwischenzeitliche telefonische Nachfrage meinerseits nach dem Stand der Dinge ergab nichts Neues, nur: "Wir melden uns."

13. April: Anruf bei einer mittelständischen WP-Gesellschaft in Hannover auf eine ausgeschriebene Stelle. Frage nach der Bewerbungsform - ob elektronisch oder per Post bevorzugt wird. Es war ein kurzes, freundliches Telefonat mit der zuständigen Sekretärin.

Am Tag darauf sendete ich die Bewerbung in elektronischer Form. Nur 50 Minuten später kam Antwort der Gesellschaft per E-Mail vom zuständigen Partner der Wirtschaftskanzlei: Die Stelle sei besetzt. Ich war entsetzt, denn 18 Stunden zuvor hatte die Sekretärin noch gesagt, dass die Stelle vakant ist. Wieder waren zwei bis drei Stunden umsonst vertan. Die Begründung in der E-Mail machte mich rasend: Die Stelle sei zwar besetzt, bleibe aber weiterhin ausgeschrieben, weil man so Bewerbungen sammelt, um gegebenenfalls auf diese Kandidaten im Falle weiteren Personalbedarfs zurückreifen zu können. Wenn man die Speicherung der Unterlagen nicht möchte, solle man sich melden. Ich nahm das so hin.

Ich beschloss, meine Bewerbungsstrategie ändern. Initiativbewerbungen, die laut Statistiken eine recht hohe Erfolgsquote haben, wurden nun für mich relevanter.

Am selben Tag startete ich meine Neujustierung mit Metajobsuchmaschinen wie Kimeta und Jobrapido. Damit spart man jede Menge Zeit, weil man nicht jede Jobbörse einzeln durchsuchen muss.

15. April: Da direkt vor Ort die Fachmesse für Rechnungswesen und Controller (ReWeCo) stattfand, entschloss ich mich, sie zu besuchen. Es wurde jedoch nicht der erhoffte Erfolg, obgleich ich geringe Erwartungen hatte. Für mich waren es teilweise eher mittelmäßige Vorträge und insgesamt nicht viel los.

Immerhin kam ich mit einem Herrn und einer Dame von Manpower ins Gespräch. Ich erhielt eine Visitenkarte und könne gerne meine Bewerbungsunterlagen einreichen. Sehr freundlich, aber ob ich das Angebot annehme weiß ich nicht. Zeitarbeit ist für mich ein rotes Tuch und wird es vermutlich auch bleiben.

15. April: Kontaktanfrage via Xing von einer Dame von Access KellyOCG GmbH, Betreff "Traineeprogramme, Einstiegspositionen & Praktika für Finance- und Versicherungstalente (m/w)". Ich bestätigte den Kontakt und wurde auf diesem Wege auf einen Workshop von PwC aufmerksam gemacht.

16. April: Ich bekam eine Absage des mittelfränkischen Industrieunternehmens auf die Stelle als Revisor per Post. Sehr schade, mein Favorit war ausgeschieden. Etwas traurig versuchte ich nachzuvollziehen, warum ich nicht in die zweite Runde eingeladen wurde. Aber was im Brief steht - "Nach eingehender Prüfung und Rücksprache mit dem Fachbereich […], dass wir Sie leider nicht für den engeren Auswahlkreis berücksichtigen können" - lässt darauf schließen, dass ich den Herrn aus dem Fachbereich im Gespräch nicht von meinen Fachkenntnissen im Bewerbungsgespräch überzeugen konnte. Rückblickend frage ich mich erstens, was ich im Gespräch hätte besser sagen sollen, zweitens, ob ich mich zu wenig mit dem Bereich Revision und dem Berufsfeld Revisor auseinandergesetzt habe, und drittens, ob hier das ein oder andere Praktikum im Studium gefehlt hat.

Am selben Tag bewarb ich mich noch auf eine Assistentenstelle. Als Assistent der Leitung Finanzen ist man stets in viele Projekte mit eingebunden, übernimmt schnell Verantwortung, und die Affinität zu Zahlen sowie Kennzahlen bringe ich mit. Da ich meinte, den Großteil der restlichen elf Anforderungspunkte in der Ausschreibung erfüllen zu können, trug ich meine Daten im Onlinebewerbungssystem ein. Auch das Hochladen der Zeugnisse und des Lebenslaufs erfolgte reibungslos.

17. April: An diesem Tag suchte ich aktiver im Netz in verschiedenen Jobsuchmaschinen, ePapern lokaler Zeitungen und Metasuchmaschinen.

Des Weiteren erhielt ich eine Anfrage via Xing von einer Dame, die sich Senior Consultant von Ectif.com nannte, einem mir bis dato noch unbekannten und scheinbar recht jungen Job-/Karriereportal, auf das sie mich hinwies. Die Funktionsweise ist ähnlich wie bei Absolventa - man kann aktiv suchen aber sich auch suchen lassen, was ich sehr begrüße.

Da die Anmeldung kostenfrei ist und schnell erfolgt, meldete ich mich auch hier an. Mittlerweile hatte ich das Gefühl, im Netz auf fast allen Jobportalen vertreten zu sein. Die Qualität von Ectif konnte ich nicht recht beurteilen. Jedoch vermutete ich, dass es sich hierbei um einen kleinen Fisch handelt, denn es stand nirgends etwas über Nutzerzahlen geschrieben.

20. April.: An diesem Tag erhielt ich eine Kontaktanfrage eines Personalberaters via Xing. Gesucht wurde ein Prüfungsassistent für eine mittelständische WP-Gesellschaft im Zentrum Nordrhein-Westfalens. Klang gut und spannend. Zudem war es eine weitere interessante Herausforderung für mich, da ich bis dahin keine Erfahrung mit Personalberatern hatte. Noch am selben Tag versuchte ich herauszufinden, wie Personalberater vergütet werden, ich wollte schließlich verstehen, welchen Nutzen er hat, falls er mich vermitteln sollte. Tags darauf vereinbarten wir einen Termin für ein Telefonat.

21. April: Erneuter Versuch, eine Bewerbung bei KPMG zu lancieren, dieses Mal auf postalischem Weg. Ich rief zunächst noch einmal in der Niederlassung an und ließ mir den zuständigen Partner nennen, an den ich die Bewerbung richten könnte. Das Gute daran: Es war der Partner, bei dem ich im Studium das Vorstellungsgespräch für mein Praktikum hatte. Insofern hatte ich eine moderate Erwartungshaltung, dass ich vielleicht ins Vorstellungsgespräch kommen könnte. Des Weiteren versuchte ich mit der Bewerbung auf dem Postweg den Onlinefilter - wenngleich ich nicht weiß, nach welchen Kriterien er funktioniert - zu umgehen.

Zeitgleich schickte ich noch eine Bewerbung per Post an eine kleine Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft in der Region, von der ich aus guter Quelle wusste, dass sie Personalbedarf hatte.

22. April: Es erfolgte das Telefonat mit dem Personalberater. Knapp eine halbe Stunde stand ich Rede und Antwort. Im Vergleich zu einem Vorstellungsgespräch fühlte ich mich etwas unwohler, da mein Fragenpool begrenzt war. Ich kannte ja den möglichen Arbeitgeber nicht und konnte nur wenige Fragen stellen. Die Fragen, die der Personaler mir stellte, waren klar strukturiert und ich kam mir beinahe wie bei einer Rasterfandung vor - welcher Studienschwerpunkt, bei welchem Professor, Thema der Diplomarbeit, warum habe ich Stipendien erhalten habe und so weiter. Weiterhin wurde mir der Prozess der Personalberatung erläutert und in welchem zeitlichen Rahmen die Auswahl und die Gespräche verlaufen würden. Ich könne im günstigen Fall in zwei bis drei Wochen mit einem weiteren Gespräch rechnen. Dann jedoch persönlich. Verliefe auch dieses gut, würde dem Mandanten Ende Mai ein Vorschlag gemacht. Erst dann würde ich erfahren, wer hier einen Prüfungsassistenten sucht. Ich war gespannt.

28. April: In der letzten Aprilwoche stand für mich ein Messebesuch in Berlin auf dem Programm. Die Messe Connecticum mit mehr als 300 Ausstellern und zahlreichen Firmenvorträgen sollte mir eine gute Gelegenheit bieten, interessante Gespräche zu führen sowie weitere Infos zu sammeln. Da ich in meinem Berufsbild und meinem Jobeinstieg nicht zu engstirnig sein möchte, informierte ich mich zudem über einen aus meiner Perspektive bis dato vernachlässigten Bereich - den Einzelhandel. Viele Discounter bieten interessante Trainee-Programme an. Klar ist mir, etwa aus Erfahrungen im Bekanntenkreis, dass dies sicher keine Nine-to-five-Jobs sind, aber danach suche ich ja auch nicht. Innerhalb kurzer Zeit schnell Verantwortung übernehmen und eine interessante Perspektive innerhalb eines namhaften Unternehmens zu erhalten ist eine gute Option.

So führte ich kurze Gespräche mit verschiedenen Vertretern der Discounter von Lidl, Netto, Kaufland und Norma. Des Weiteren informierte ich mich erneut bei Ernst&Young und KPMG, wobei ich seit meiner letzten Absage mit hinreichender Sicherheit eher davon ausgehe, dass es nichts mit einer Big-Four-Gesellschaft wird. Der Bewerberandrang bei diesen Gesellschaften ist einfach zu immens.

Die Firmenvorträge von KPMG, BearingPoint, T-Systems und der Otto Group waren allesamt interessant und gut aufbereitet, für mich jedoch zunächst wenig relevant. Im Verlauf der Messe sprach ich abschließend mit einer Personalreferentin einer mittelständischen WP-Gesellschaft. Das Gespräch verlief gut, die Atmosphäre war angenehm. Als ich erwähnte, dass ich erst vor kurzem meine Diplomarbeit abgegeben hatte, überreichte sie mir postwendend ihre Visitenkarte. Zwei Tage später bewarb ich mich auf elektronischem Wege und hoffte auf ein Vorstellungsgespräch.

30. April: Nachdem ich meine ganzen Messeunterlagen und Messenotizen noch mal durchgeschaut hatte, entschloss ich mich, auch den Einzelhandel näher unter die Lupe zu nehmen. Klar hatte Lidl nicht nur für positive Schlagzeilen in der Vergangenheit gesorgt, aber das Trainee-Programm klang äußerst interessant für mich. Wo kann man sonst so schnell Verantwortung übernehmen und einen Firmenwagen von Beginn an erhalten?

Am Nachmittag fand in den Räumlichkeiten der Universität der erste von vier Terminen des Round Table mit der Bertelsmann AG statt. In der eineinhalbstündigen Veranstaltung erfolgten eine Firmenpräsentation und die Vorstellung der Einstiegsmöglichkeiten in den Medienkonzern. Viele dieser Informationen waren mir zuvor bekannt, aber dennoch gab es die eine oder andere Information, die ich aufmerksam notierte. So etwa der Hinweis auf Recruitingveranstaltungen in den Folgemonaten.

"Die sprechen mich auf allen Kanälen an"

Mai 2010

03. Mai: Erneut bekam ich eine Kontaktanfrage von Access Kelly OCG GmbH, dieses Mal jedoch via Absolventa. Ich bekam das Gefühl, von "denen" auf allen Kanälen angesprochen zu werden - sei es Xing, Absolventa oder per E-Mail. Ich schaltete den Kontakt frei, bedankte mich und wies darauf hin, dass meine Bewerbung für Events der Art, wie sie vorgeschlagen wurden, bereits erfolgt waren. Zudem merkte ich an, dass weitere Hinweise bereits durch Kolleginnen per E-Mail und Xing an mich gerichtet wurden.

04. Mai: Ich bekam per E-Mail Bescheid, dass ich auch an den Folgeveranstaltungen des Round Table mit der Bertelsmann AG teilnehmen könne. Ich freute mich darüber, denn unter anderem war auch eine Firmenbesichtigung geplant. Zudem würde es Möglichkeiten geben, interessante und informative Gespräche mit Mitarbeitern von Bertelsmann und seinen Tochtergesellschaften zu führen.

Ich bereitete Bewerbungen bei den verschiedenen Discountern vor, nachdem ich meine Gesprächsnotizen des Messebesuchs und Informationen aus dem Netz durchgesehen hatte.

Auf postalischem Wege erhielt ich eine Absage von KPMG. Obwohl ich meine Bewerbung direkt an die Niederlassung richtete, kam die Absage von KPMG aus der Zentrale in Berlin. Tja, damit war KPMG definitiv für mich nicht mehr relevant. Ich hatte gehofft, mit einer postalischen Bewerbung mehr zu erreichen. Zumal ich diese an den zuständigen Partner direkt gesandt hatte.

Mit der Info aus dem Firmenvortrag in Berlin auf der Connecticum, dass KPMG pro Jahr 30- bis 40.000 Bewerbungen erhält, war mir inzwischen klar, dass es einfach zu viele Bewerber für zu wenige Stellen gibt. Am selben Tag bewarb ich mich noch für ein Recruiting Event eines großen Medienkonzerns.

07. Mai: Ich konnte gerade noch einen signifikanten Fehler aus einer Bewerbung eliminieren, bevor ich sie abschickte. Den Namen falsch zu schreiben ist definitiv ein Knock-out-Kriterium - das konnte ich Gott sei Dank noch abwenden.

Gleichzeitig bewarb ich mich auf ein interessantes Trainee-Programm von Vodafone. Dem ist ein Recruiting-Event vorgeschaltet, am dem bis zu 20 potenzielle Kandidaten unter die Lupe genommen werden sollen. Die Bewerbung war im Vergleich zu anderen zunächst einfach und äußerst bewerberfreundlich. Man sollte seine "Success-Story" und seinen CV mailen und dann erfolgte die Vorauswahl. Dass die Noten eher weniger bedeutend sind, begrüßte ich sehr. Erstmals hatte ich das Gefühl dass das, was ich öfter lese - Unternehmen suchen Persönlichkeiten - in der Tat hier der Fall war.

10. Mai: Ich schickte eine Bewerbung an einen Discounter ab, der das gleiche Onlinebewerbungssystem nutzt wie KPMG. Dies erleichterte mir die Eingabe sämtlicher Daten und das Hochladen der notwendigen Dateien.

Zeitgleich erhielt ich einen Anruf des Medienkonzerns. Es wurde ein Telefoninterview für die darauffolgende Woche vereinbart. Kurz darauf kam die Bestätigung der telefonischen Absprache per E-Mail. Insgesamt war es ein guter Wochenstart: eine Bewerbung gesendet, eine Anfrage für ein Telefoninterview - so kann's weitergehen.

11. Mai: Ich erhielt eine telefonische Zusage für ein Vorstellungsgespräch, jedoch nur für ein gut bezahltes Praktikum. Die kleine Gesellschaft hatte im letzten Jahr auch Praktikanten eingestellt und sie dann nach drei Monaten übernommen. Das ist natürlich nicht der ideale Weg, aber ich stimmte dem Vorstellungsgespräch in zwei Wochen erst einmal zu.

12. Mai: Ich gab weitere Bewerbungen in Onlinebewerbungssysteme ein. Da ich mittlerweile eine gewisse Routine hatte, ging dies recht zügig. Verwundert war ich nur einmal, als ich bemerkte, dass bei einem Einzelhändler keine gesicherte Internetverbindung genutzt wurde.

13. Mai: Erneut fand ich eine ausgesprochen interessante Revisorstelle in einem Konzern in NRW. Alle Anforderungen meinte ich zu erfüllen, sogar die erwünschten osteuropäischen Sprachkenntnisse bringe ich mit. Daher führte ich noch ein kurzes Telefonat mit dem zuständigen Personaler und klärte letzte Fragen ab. Da ich die Bewerbung per E-Mail senden konnte, war ich sicher, dass sie gelesen würde. Letzteres bezweifle ich bei so manchem Onlinebewerbungssystem.

17. Mai: Das eine Woche zuvor vereinbarte Telefoninterview dauerte knapp eine halbe Stunde. Die zuständige Personalerin überprüfte meine Motivation bezüglich der ausgeschriebenen Stelle und hinsichtlich des potenziellen Arbeitgebers. Weiterhin sollte ich meine Meilensteine in meinem bisherigen Werdegang kurz darlegen. Insgesamt hatte ich ein positives Gefühl, welches jedoch durch zwei eher ungewöhnliche Fragen etwas getrübt wurde.

Am Nachmittag freute ich mich über die elektronische Zusage zum PwC Recruiting Event im kommenden Monat. Ich bekam das Gefühl, dass meine Bewerbungen peu à peu Früchte tragen und wurde zunehmend optimistischer im Sommer, spätestens jedoch im Herbst, einen Jobeinstieg verzeichnen zu können.

18. Mai: Postalische Absage einer mittelständischen Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aus der Region. Aus direkter Quelle wusste und weiß ich immer noch, dass Personal gesucht wird - leider jedoch nicht ich. Die Mühen einer Bewerbung auf konventionellem Weg haben sich in diesem Fall nicht gelohnt.

19. Mai: Der postalischen Absage vom Dienstag gehe ich auf den Grund. Ich rufe noch mal an und möchte den zuständigen Partner sprechen. Soweit komme ich jedoch nicht, bei der Sekretärin ist Endstation. Sie entgegnet mir nur, dass es zu viele Kandidaten gab. Ich frage noch mal detaillierter nach, da ich mich damit nicht zufrieden gebe, bekomme indes "Keine weitere Auskunft!" als direkte Antwort und merke schnell, dass man sich ungern in die Karten schauen lässt.

Am gleichen Tag erhalte ich eine Absage per E-Mail eines Einzelhändlers für ein Traineeprogramm. Darüber bin ich nicht großartig traurig, denn für mich ist auch hier schnell klar, dass ich in Onlinebewerbungssystemen derzeit kein Glück habe.

Positive Nachricht an diesem Tag ist, dass ich eine Mitteilung für eine andere Stelle erhalte, auf die ich mich vor 4 Wochen bewarb: Ich solle mich noch etwas gedulden. Eine Entscheidung steht baldmöglichst an.

20. Mai: Ich führe ein Telefonat zu einer ausgeschriebenen Stelle und hole mir letzte Details ein, bevor ich mich entschließe, mich darauf zu bewerben. Eigentlich hatte ich nur zwei bis drei Fragen, aber es entwickelte sich ein sehr angenehmes Gespräch. Währenddessen bemerkte ich einen Anruf auf der anderen Leitung, den ich nicht annehmen konnte. Kurz darauf rief ich zurück und freute mich über die Zusage zu einem Vorstellungsgespräch im Juni. Als ich die elektronische Bestätigung der Personalerin unter Angabe aller Gesprächspartner erhalte, freue ich mich, es wieder einen Schritt weiter geschafft zu haben.

21. Mai: Zum Wochenabschluss sende ich die Bewerbung auf die Stelle, für die ich tags zuvor das nette Telefonat geführt hatte. Ich habe insgesamt das Gefühl, dass ein kurzer Anruf zuvor viel bewirken kann. Denn manchmal erhält man sehr relevante Infos, die einem sonst nicht zur Verfügung stehen. Viel wichtiger ist jedoch, dass man als Bewerber hierbei einen ersten positiven Eindruck vermitteln kann.

25. Mai:

Heute habe ich ein Vorstellungsgespräch bei einer kleinen Prüfungsgesellschaft mit rund 30 Mitarbeitern. Das Vorstellungsgespräch ist jedoch für ein Praktikum. Darin liegt aber nicht das Problem, denn letztes Jahr hat diese Gesellschaft auch zwei Praktikanten nach drei Monaten übernommen. Die Bezahlung liegt höher als bei meinem KPMG-Praktikum. Das Gespräch mit dem Geschäftsführer und seinem Assistenten verläuft gut und in angenehmer Atmosphäre. Im Verlauf des knapp fünfzig Minuten dauernden Gesprächs werde ich konkret und stelle klar, dass ein Praktikum für mich als Hochschulabsolvent ohne Übernahmemöglichkeit keinen Sinn macht, da es nur eine weitere Zeit an Ungewissheit für mich darstellt. Ich merke, dass der Geschäftsführer mich für ein Praktikum einstellen würde, jedoch dieses Jahr eine Festanstellung als Prüfungsassistent nicht geplant ist, frühestens zum 1. Januar 2011. Das ist alles andere als akzeptabel. Daher wird es schwierig zueinander zu finden.

26. Mai:

Ich erhalte automatisch generierte E-Mail-Absagen von Netto und LIDL für die Bewerbungen als Trainee zum Verkaufsleiter. Damit ist das Kapitel Einzelhandel für Verkaufsleiterstellen zu Ende. Der "Ausflug" in diesen Bereich war ein gut gemeinter Versuc,h mehr Optionen zu haben.

In Zukunft konzentriere ich mich wieder auf die Prüfung, Revision und ausgewählte Assistentenstellen. Diese Einsatzbereiche entsprechen mehr meinen Kenntnisständen und Vorstellungen. Zudem kann ich hierbei womöglich eher meine Sprachkenntnisse wie Englisch und Russisch einsetzen, was für mich wichtig ist.

27. Mai:

An diesem Tag finde ich eine spannende Traineestelle. Vorab rief ich an und stellte noch wenige Fragen, um mir ein besseres Bild vom Traineeprogramm bilden zu können. Daraufhin bereite ich meine Bewerbung vor.

Die nächste Veranstaltung des Bertelsmann AG Round Table in Kooperation mit der Universität Bielefeld findet unter dem Titel "Insidertipps - Erfolgreich bewerben" statt. Sie beinhaltet einerseits einen Vortrag über Anschreiben, CV, etc., andererseits einen Übungsteil, bei dem die 18 Teilnehmer in Gruppen jeweils aus vier verschiedenen Bewerbungen, bestehend aus Anschreiben und CV, einen Kandidaten auswählen sollen. In die Rolle eines Personalers zu schlüpfen war eine sehr wertvolle Erfahrung, die mir hilft, noch einmal meinen Blick auf die eigenen Bewerbungen zu schärfen. Ich nutze diese Infos und finalisiere noch am selben Abend die vorbereiteten Bewerbungen, welche ich am nächsten Morgen per E-Mail absende.

Am Nachmittag erhalte ich eine Absage einer mittelständischen WP-Gesellschaft aus Hamburg. Positiv werte ich, dass es keine automatisch generierte E-Mail ist.

31. Mai:

Da ich am Wochenende eine vielversprechende Assistentenstelle in der Region auf der Seite eines Personalberaters gefunden habe, sende ich nach telefonischer Rückfrage eine Kurzbewerbung per E-Mail an den zuständigen Personalberater. Wie bei meinen ersten Personalberatererfahrungen ist der Bewerbungsprozess mehrstufig, wobei ich zunächst nur eine Kurzbewerbung zusende und daraufhin weitere Schritte folgen.

"Mein bisher bestes Gespräch"

1. Juni:

Telefonisch bekomme ich die Zusage für das Praktikum, für das ich eine Woche zuvor das Vorstellungsgespräch hatte. Ich bedanke mich freundlich, und wir vereinbaren, dass ich mich eine Woche später melde, was auch so im Vorstellungsgespräch vereinbart war. Denn in den nächsten sieben Tagen stehen noch weitere Entscheidungen anderer Gesellschaften für mich an. Zudem ist ein Praktikum für mich nicht erste Wahl.

3. Juni:

Heute bekomme ich die Bestätigung, dass meine Bewerbung auf eine Assistentenstelle in Arbeit ist und ich in Kürze weitere Infos erhalte.

4. Juni:

Via XING erhalte ich die interessant klingende Job-Anfrage einer Unternehmensberatung aus der Schweiz für eine Stelle als Consultant Financial Services. Würde der Arbeitgeber etwas näher liegen, würde ich gerne einmal meine Unterlagen einreichen. Aber für den Berufseinstieg in die Schweiz zu gehen, steht zunächst nicht zur Debatte.

Ich nehme am zweitägigen Recruiting Event von PwC in Montabaur teil. In angenehmer Atmosphäre möchte PwC examensnahe Studenten und Absolventen kennenlernen. 70 sind es an der Zahl, wie ich im Eröffnungsvortrag erfahre.

Es gibt 3 Kernelemente: persönliche und fachliche Gespräche sowie eine Fallstudie. Diese drei Dinge werden bewertet; anhand dieser Entscheidungsgrundlagen wird dann entschieden, ob PwC entsprechenden Kandidaten ein Angebot für einen Direkteinstieg unterbreitet oder nicht.

Das Event ist insofern super, dass wir einerseits bestens untergebracht sind und andererseits die Möglichkeit besteht, mit Mitarbeitern aller Hierarchiestufen zu sprechen. Nebenbei sorgt ein tolles Rahmenprogramm (Bogenschießen, Abseilen an der Schlossmauer, Grillen am Abend etc.) stets für gute Stimmung.

Es wird gesagt und betont, dass jeder in den nächsten Tagen telefonisch Feedback erhält und dann erfährt, ob PwC ihm ein Angebot unterbreitet.

07. Juni:

Am Nachmittag habe ich ein Vorstellungsgespräch im Ruhrgebiet bei einem großen Handelskonzern. Es geht um eine interessante Stelle mit intensiver Reisetätigkeit. Das Gespräch mit drei Personen, darunter Personaler, Abteilungsleiter und Leiter der entsprechenden Fachabteilung, verläuft recht angenehm. In diesem Vorstellungsgespräch wird mir zudem deutlich, dass es mehrere Vorteile haben kann, für ein Familienunternehmen zu arbeiten. Im Gespräch wird mir bereits das Gehalt genannt und dass es gegebenenfalls eine zweite Runde gibt. Zum Ende hin werden noch kurz meine Englischkenntnisse geprüft. Bisher hatte ich auch noch keine Recruiting-Veranstaltung oder ein Vorstellungsgespräch bei dem es einen Englischteil gab.

Am selben Nachmittag erhalte ich eine Absage von PwC. Begründet wird dies vor allem mit der mangelnden Einsatzfreudigkeit bei der Fallstudienbearbeitung. Diesen Grund kann ich nicht nachvollziehen und bin nicht über das Ergebnis, sondern vielmehr über diese Aussage enttäuscht. Nach Kontakt mit einem anderen Bewerber teilt dieser mir mit, dass ihm die gleiche Antwort genannt worden ist. Offenbar kommt es auf Quantität und nicht auf Qualität der Antworten an.

08. Juni:

Der Dienstag beginnt aufbauend, da ich eine Zusage zum Vorstellungsgespräch einer WP-Gesellschaft in der Region erhalte. Das Gespräch soll bereits nächste Woche stattfinden.

Am gleichen Tag finalisiere ich noch eine Bewerbung auf eine Assistentenstelle, die sehr interessant klingt, da sie für zwei Standorte gilt. Bereits am Abend sehe ich im Onlinebewerbungssystem, dass die 3. Stufe von 4 möglichen erreicht ist, das heißt meine Unterlagen sind bereits in der Fachabteilung angekommen.

09. Juni:

Ich erhalte eine Einladung zum Kennenlern-Auswahlabend eines großen Mobilfunkkonzerns aus Düsseldorf. Es geht um ein Trainee-Programm, für welches im Rahmen eines Recruiting-Events durch einen mehrstufigen Auswahlprozess Kandidaten ausgewählt werden. Ich freue mich, denn im Bewerbungsprozess habe ich mich somit sicher gegen eine große Anzahl an Mitbewerbern bereits durchsetzen können.

Am Mittag erhalte ich meine Diplomarbeitsnote vom Prüfungsamt per Post: eine 1,3. Ich bin stolz, da ich meine (Diplom-)Endnote damit signifikant verbessern konnte. Ich bin jetzt Diplomkaufmann und habe mein Prädikatsexamen erreicht. Mein persönliches Ziel - Jobeinstieg zum Sommer oder Herbst 2010 - steht auf einer soliden Basis. Das sich der Arbeitsmarkt ebenfalls gut entwickelt, nehme ich ebenfalls gerne zur Kenntnis.

Die am selben Tag noch erhaltene Absage von einem Genossenschaftsverband für eine Stelle als Prüfungsassistent tangiert mich daher nicht mehr sehr.

10. und 11. Juni:

Zum Wochenabschluss bewerbe ich mich mit nun vollständigen Zeugnissen noch bei drei weiteren Gesellschaften. Erfreulich ist zudem, dass ich eine Einladung für die zweite Runde beim Handelskonzern im Ruhrgebiet erhalte. Mein positives Gefühl hat sich bestätigt.

14. Juni:

Zum Wochenbeginn habe ich das eine Woche zuvor angekündigte Vorstellungsgespräch bei einer mittelgroßen Gesellschaft in der Region. Der Bewerbungsprozess vom Erstkontakt hin über die telefonische Zusage zum Gespräch war recht zügig - erster Pluspunkt.

Mein Eindruck ist sehr gut, denn die Atmosphäre während des Gesprächs ist angenehm, und was hier gesagt wird, scheint auch zu stimmen: Es kommt auf die Persönlichkeit an. Zweiter Pluspunkt. Das wusste ich bereits; es war unter Anderem auch der Grund für die Bewerbung auf diese Stelle.

Bei meiner Vorstellung waren auch viele meiner Tätigkeiten Gesprächsthemen. Des Weiteren gab es typische Personalerfragen in Form von "Welche Vorstellung haben Sie von…". Ich konnte zeigen, dass ich gut vorbereitet bin und weiß worauf es ankommt. Insgesamt wurden sehr viele Fragen, auch meinerseits, gut beantwortet, sodass keine Punkte offen blieben. Am Ende durfte ich meine Gehaltsvorstellung nennen.

Der Termin endete mit einer freundlichen Verabschiedung, und ich kann konstatieren, dass das mein bestes Gespräch bisher war. Ich fühlte mich sehr wohl (dritter Pluspunkt) und kann mir eine Zusammenarbeit sehr gut vorstellen. Eine Entscheidung erwarte ich zeitnah.

Am Abend schaue ich noch mal ins Onlinebewerbungssystem und sehe, dass für eine Assistentenstelle (der Geschäftsführung) der Bewerbungsprozess recht weit fortgeschritten ist und eine Entscheidung und somit ein Kontakt, sei es per Telefon oder E-Mail, kurz bevor steht.

40 Fragen in 35 Minuten bei Vodafone

17. Juni:

Ich erhalte einen Anruf zum zweiten Gespräch nächste Woche bei einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft in der Region. Ich hatte gehofft, dass es so kommt, denn der erste Termin war sehr gut, und ein erstes positives Feedback erhielt ich bereits im Gespräch.

Insgesamt ist es eine ideale Situation, denn innerhalb von nur zwei Tagen bin ich zweimal in der zweiten Runde. Wenn alles nach Plan verläuft, entscheide ich mich für einen von zwei Arbeitsverträgen.

Am gleichen Tag nehme ich am Vorauswahlabend für das Traineeprogramm "Discover" bei Vodafone teil. Zunächst bin ich stolz zu erfahren, mehrere hundert Mitbewerber hinter mir gelassen zu haben.

Der Vorauswahlabend in Düsseldorf gestaltet sich wie eine Art Mini-Assessment-Center. Jeder der etwa zehn Teilnehmer erhält einen individuellen Ablaufplan. Für mich steht zunächst eine Case Study zum Thema "Wearable Computing" auf dem Plan. 15 Minuten Vorbereitungszeit folgen 15 Minuten Vortrag - alleine und natürlich alles auf Englisch. Von meinem Vortrag bin ich inhaltlich überzeugt; ich konnte meine Inhalte gut, aber nicht perfekt vermitteln. Für einen Zahlenmensch wie mich wären ein paar mehr Zahlen in der Präsentation nicht verkehrt gewesen. Anschließend gibt es ein viertelstündiges Personalgespräch, in dem ich meinen Werdegang darlegen und Punkte ansprechen soll, die mir wichtig waren.

Was jetzt kommt, hatte ich noch nicht erlebt: ein Personaldiagnostikverfahren in Form eines Tests, bei dem innerhalb von 35 Minuten vierzig Fragen beantwortet werden müssen. Ein Taschenrechner steht als Hilfsmittel zur Verfügung. Ich schaffe nicht alle Aufgaben und weiß, dass das auch schwer machbar ist. Zeitdruck wird hier bewusst erzeugt.

Anschließend werden in einer Mischung aus Fragerunde und Präsentation das Traineeprogramm vorgestellt und mit einem Vodafonemitarbeiter besprochen. Es gibt viele interessante Aspekte, aber viele davon sind für mich weniger relevant.

Abgeschlossen wird das Event mit einem netten Buffet, bei dem einige Mitarbeiter für Fragen zur Verfügung stehen. Insgesamt habe ich einen positiven Eindruck von Vodafone und seinen Mitarbeitern erhalten. Die Atmosphäre ist kollegial und locker - und dass man bei Vodafone gutes Geld verdient ist auch kein Geheimnis.

18. Juni:

Am Freitag erhalte ich telefonisches Feedback von Vodafone während des Deutschlandspiels. Ich bin positiv überrascht, dass es viele gute Punkte gibt. So habe ich etwa knapp siebzig Prozent der Testfragen richtig beantwortet, und man sieht mich im Bereich Finanzen/Controlling. Da in dem Bereich jedoch derzeit keine Vakanz besteht, kommen Vodafone und ich nicht zusammen. Hier hätte sich ein Direkteinstieg angeboten.

Per E-Mail erhalte ich eine Absage für eine Stelle als Assistenz der Geschäftsführung. Dies ist nun nicht mehr weiter schlimm, da ich bereits zwei Gespräche in der zweiten Runde nächste Woche sicher habe und ich davon ausgehe, mindestens einen Vertrag angeboten zu bekommen.

21. Juni:

Mein erstes zweites Gespräch steht an. Die Vorbereitung ist in der Tat etwas anders. Bei einem ersten Vorstellungsgespräch ist weitestgehend bekannt wie dies ablaufen kann, welche Fragen auf einen zukommen, welche Fragen man selber stellen kann und sollte. Bei einer zweiten Runde ist die Unbekannte etwas größer. Dennoch lasse ich Vorsicht walten, bereite mich genauso gut wie beim ersten Termin wieder vor.

Das Gespräch bei einem Familienkonzern im Ruhrgebiet verläuft sehr gut. Ich fühle mich wohl und merke, dass ich hier im Bereich Innenrevision eine interessante Perspektive habe. Intensive Reisetätigkeit würde für mich bedeuten, dass auch meine Englisch- und Russischkenntnisse zum Einsatz kommen werden. Eine spannende Sache, die ich mir gut vorstellen könnte. Am Ende des anderthalbstündigen Gesprächs wird mir gesagt, dass man sich sehr gut vorstellen könnte, mit mir zusammen zu arbeiten.

Der Arbeitsvertrag wird mir postalisch zugesendet und ich brauche nur noch zu unterschreiben. Soweit die Theorie. Praktisch mache ich mir viele Gedanken und wäge Pro und Contra stark ab, denn der Jobeinstieg bedeutet einen neuen Lebensabschnitt, der gut überlegt sein muss.

Am gleichen Tag habe ich eine Anfrage via ABSOLVENTA von der HAYS AG abgelehnt, da mein Interesse für den Bereich Vertrieb nicht gegeben ist.

Weiterhin erfahre ich, dass eine Bewerbung auf eine Revisionsstelle bei der WGZ Bank weiterhin in Arbeit ist. Es heißt, ich solle mich noch gedulden. Das werde und kann ich nicht tun, da ich Ende dieser Woche eine Jobentscheidung fällen werde. Ein schönes Gefühl zu wissen, dass die Entscheidung nun tatsächlich bei mir selbst liegt.

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