Freitag, 15. November 2019

Griechenland Alles muss raus

2. Teil: Deutscher Telekom winkt echtes Schnäppchen

Dieser Tage berät die griechische Regierung, was sie loszuschlagen gedenkt. Klar ist bereits, dass sie allein im laufenden Jahr etwa 2,5 Milliarden Euro erlösen will. Zum Vergleich: Das hellenische Staatsdefizit betrug 2009 etwa 32 Milliarden Euro.

Insel Rhodos: Die Immobilienpreise sinken in Griechenland
Betroffen sind unter anderem die Sektoren Transport, Energie und Banken. Als einer der wichtigsten Posten gilt die Bahngesellschaft OSE. Sie macht laut Presseberichten jeden Tag zwei bis vier Millionen Euro Verlust und hat insgesamt zehn Milliarden Euro Schulden. In einem ersten Schritt soll die Güterverkehrssparte verkauft werden. Auch für das Immobilienvermögen der Gesellschaft sucht der Staat einen Käufer.

Die Wasser- und Energieversorger geraten wohl ebenfalls zumindest in Teilen auf die Verkaufsliste, darunter die Wasserwerke Thessaloniki und Athen sowie der Stromversorger PPC. Auch Häfen und Flughäfen stehen zur Disposition. Zuletzt hatte der chinesische Hafenbetreiber Cosco Kaianlagen in Piräus übernommen, war dabei jedoch auf den erbitterten Widerstand der Hafenarbeiter gestoßen.

Auch viele deutsche Unternehmen kommen als Profiteure der griechischen Krise in Frage - allen voran die Deutsche Telekom Börsen-Chart zeigen. Der Bonner Dienstleister ist bereits mit 30 Prozent plus einer Aktie am griechischen Platzhirsch OTE beteiligt. Der griechische Staat hält noch 20 Prozent. Bis zum Jahr 2011 kann er der Telekom weitere 10 Prozent im Rahmen einer Put-Option anbieten, die Telekom müsste das Paket also übernehmen.

"Für die Telekom wäre es sinnvoll, den Anteil auszubauen", sagt dazu Analystin Oana Floares von der SEB Bank. "Die OTE trug bisher entscheidend zum dynamischen Umsatzwachstum bei." Die Gelegenheit wäre jedenfalls günstig. Gegenwärtig liegt der Aktienkurs der OTE bei unter sieben Euro. Als die Telekom ihre jüngste Tranche von 5 Prozent erwarb, zahlte sie noch 27,50 Euro pro Anteilsschein.

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