BayernLB Millionengewinn mit Beigeschmack

Die krisengeschüttelte BayernLB hat im ersten Quartal eine halbe Milliarde Euro verdient. Doch das operative Geschäft entwickelt sich schleppend. Der Ausblick des neuen Institutschefs Gerd Häusler fällt zudem verhalten aus.

München - Nach der schmerzhaften Trennung von der österreichischen Hypo Alpe Adria hat die krisengeschüttelte BayernLB zum Start ins Jahr wieder einen Gewinnanstieg verbucht. Dabei profitierte Deutschlands zweitgrößte Landesbank allerdings vor allem vom Wegfall hoher Kosten für die Restrukturierung, im operativen Geschäft verdiente sie dagegen weniger.

Für das Gesamtjahr peilt die BayernLB unter Führung ihres neuen Chefs Gerd Häusler nach dem Milliardenverlust aus 2009 zwar weiter ein "leicht positives Ergebnis" an, doch seien die Risiken an den Kapitalmärkten deutlich gestiegen, warnte die Bank am Dienstag in München. "Die weitere Entwicklung ist derzeit nicht absehbar."

Zwischen Januar und März kletterte das Ergebnis vor Steuern von 307 Millionen im Vorjahreszeitraum auf 498 Millionen Euro. Dagegen gab das operative Ergebnis von 533 auf 504 Millionen Euro nach. Die günstigeren Konditionen an den Geld- und Kapitalmärkten machten sich durch einen Anstieg des Zinsüberschusses um gut 7 Prozent auf 480 Millionen Euro und durch eine geringere Risikovorsorge bemerkbar, die von 74 auf 37 Millionen Euro zurückging. In den Vergleichswerten aus dem Vorjahr ist dabei jeweils die frühere österreichische Tochter HGAA herausgerechnet, die die BayernLB nach Milliardenbelastungen Ende 2009 notgedrungen an Österreich abgetreten hatte.

Auch beim Ergebnis aus der Bewertung von Anlagen ("Fair Value- Bewertung") profitierte die BayernLB von den vergleichsweise festen Kapitalmärkten und niedrigeren Risikoaufschlägen, es schnellte von 133 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 391 Millionen Euro in die Höhe. Die Kosten für die massive Schrumpfkur, die noch der frühere BayernLB-Chef Michael Kemmer auf den Weg gebracht hatte, buchte die Bank primär im vergangenen Jahr. Im ersten Quartal fielen dafür nur noch 5 Millionen Euro an Aufwendungen an, nach 226 Millionen Euro vor Jahresfrist.

Aus Sicht der BayernLB verlief der Start ins Jahr "zufriedenstellend". "Die Neuausrichtung und Fokussierung im Kundengeschäft zeigt Erfolge", hieß es. Allerdings könne für den weiteren Jahresverlauf nicht davon ausgegangen werden, "dass die günstigen Konstellationen an den Geld- und Kapitalmärkten unverändert bestehen bleiben". Zugleich stellt sich die Bank auf saisonal und konjunkturbedingt steigende Kreditrisikokosten im Jahresverlauf ein.

BayernLB-Chef Häusler hatte bei seinem Amtsantritt Mitte April angekündigt, die mit Steuermilliarden gestützte Landesbank in diesem Jahr zurück in die Gewinnzone zu führen. 2009 hatte das Milliarden- Debakel um die HGAA der BayernLB Verluste von 2,6 Milliarden Euro eingebrockt.

Wegen des milliardenschweren HGAA-Fehlkaufs ermitteln Staatsanwälte in München und Klagenfurt. Im Kerngeschäft konnte die BayernLB 2009 einen operativen Gewinn von 885 Millionen Euro verbuchen. Häusler soll die Bank nun auch fit für einen Verkauf machen.

manager magazin mit Material von dpa-afx

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