Donnerstag, 18. Juli 2019

Wirtschaftserholung Günstigere Jobprognose für Deutschland

2. Teil: Von Vollbeschäftigung weit entfernt

Die Jobmisere hierzulande wird damit allerdings insgesamt bei weitem noch nicht gelöst sein. Die Krisenlage entspannt sich zwar schneller als bisher erwartet. Aber mit einer Quote von zuletzt 8,1 Prozent Arbeitslosigkeit bleibt die Bundesrepublik weit vom Ziel der Vollbeschäftigung entfernt.

Dazu wird nach Expertenmeinung ein neuer Wachstumsschub nötig sein, der dann auch die mittelständischen Unternehmen hierzulande erfasst. Denn die sind von der ausklingenden Wirtschaftskrise nach Berechnungen der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte erheblich schwerer getroffen worden als viele der sehr international ausgerichtete deutschen Topkonzerne. "Die Produktion muss hierzulande alleine um 30 Prozent wachsen, um wieder das Niveau vor der Wirtschaftskrise zu erreichen", sagt dann auch Martin Leutz, Sprecher des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall.

Entsprechend hoch bleiben auch die Kosten der Arbeitslosigkeit für die Steuerzahler. Die Bundesagentur für Arbeit erwartet nach ersten Schätzungen ein Minus von 14 Milliarden Euro im laufenden Jahr. Das sind zwar rund 1,7 Milliarden weniger als in der vorherigen Prognose - aufgrund der seitdem eben unerwartet leichten Besserung auf dem Arbeitsmarkt in der Bundesrepublik. Aber Deutschlans Steuerzahler müssen für die Arbeitslosigkeit hierzulande in diesem Jahr dennoch mit rund elf Milliarden Euro einstehen. Vorausgesetzt, die Euro-Krise wirft Europa nicht zurück in die Rezession.

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