Verkalkuliert Neue Stahlwerke kosten ThyssenKrupp mehr als neun Milliarden Euro

Die neuen Stahlwerke von ThyssenKrupp in Brasilien und den USA kommen den Konzern noch mal teurer als kalkuliert zu stehen. Dies wird Unternehmenschef Ekkehard Schulz nach Informationen von manager magazin am morgigen Mittwoch bei der Präsentation der Zahlen für das erste Geschäftshalbjahr berichten.

Hamburg - Jüngsten Erhebungen des Ruhrkonzerns zu Folge wird das neue Stahlwerk von ThyssenKrupp  in Brasilien nun 5,9 Milliarden Euro verschlingen. Bei den ersten Planungen im Jahr 2004 war der südamerikanische Hüttenkomplex mit 1,5 Milliarden Dollar veranschlagt worden. Seitdem musste das Investitionsbudget mehrfach angehoben werden, zunächst auf 3 Milliarden Euro, später auf 4,5 Milliarden Euro, schließlich auf 4,7 Milliarden Euro.

Grund für die Verteuerung sind zum Teil handwerkliche Fehler, etwa weil anfangs Währungsrisiken nicht ausreichend abgesichert wurden. Allerdings wurde auch die Produktionskapazität während des Baus aufgestockt. Außerdem musste ThyssenKrupp in einen Hafen und ein Kraftwerk investieren, was ursprünglich Partner übernehmen sollten.

Auch das Walzwerk im US-Staat Alabama kommt den Konzern teurer als kalkuliert zu stehen. Nach aktuellen Berechnungen, die ThyssenKrupp-Chef Schulz ebenfalls morgen vorstellen wird, kostet es 3,4 Milliarden Euro, also eine Milliarde Euro mehr als ursprünglich vorgesehen war.

Das eigentliche Geschäft des Stahlkonzerns ist im ersten Halbjahr wieder deutlich angezogen. Es ist mit einer weiteren Ergebnisverbesserung zu rechnen. Im ersten Quartal hatte ThyssenKrupp nach drei Verlustquartalen einen Vorsteuergewinn von 313 Millionen Euro erzielt.

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