Mittwoch, 1. April 2020

Elektrogipfel Keine Kaufanreize für Elektroautos

2. Teil: Aussichten auf eine "Subventionitis"

Kaufhilfen für Elektroautos, sagte Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) nach dem Treffen, habe niemand verlangt. Dabei hatte es zuvor doch anderslautende Stimmen aus den Vorstandsetagen einzelner Autobauer gegeben. Auch Ramsauers Wirtschaftskollege Rainer Brüderle (FDP) legte sich gegen jede "Subventionitis" ins Zeug. Ein Blick auf die noch hohen Kosten des Elektroautos spricht allerdings eine andere Sprache.

Es gebe Expertenuntersuchungen, wonach solche Fahrzeuge im Jahr 2020 zwischen 5000 und 8000 Euro teurer seien als konventionelle Autos mit Verbrennungsmotor, erklärte Ramsauer. Ob die Autofahrer den Preisunterschied zum Beispiel wegen komfortablen Fahrens dann akzeptieren oder ob nicht doch Kaufhilfen ähnlich der abgelaufenen Abwrackprämie von 2500 Euro beim Kauf neuer Wagen nötig werden, dürfte weiter diskutiert werden.

Darüber sei jetzt aber mit keinem Wort in den Beratungen diskutiert worden, berichtete Ramsauer. Wohl aber über die Forschungsförderung. Über sie soll frühestens im Herbst erneut geredet werden, wie die beschlossene gemeinsame Erklärung verheißt. Industrie und Bundesregierung wollen zugesagte Forschungsmittel bis 2013 gezielt in die Entwicklung des Elektroautos stecken. Nach einer Zwischenbilanz bei der Erarbeitung eines Elektro-Mobilitätskonzepts soll über "den konkreten Umfang von Beiträgen zur Förderung von Forschung und Entwicklung" entschieden werden.

Nach mehr als vier Stunden waren Sitzung und Vortrag vor 400 geladenen Gästen erst einmal vorbei. Da standen übrigens fast nur noch schwarze Karossen und PS-starke Boliden vor der Tür. Die elektrisch betriebenen Mini und Smart waren verschwunden. In einem halben Jahr sollen erste Ergebnisse von sieben Arbeitsgruppen vorliegen.

Wolfgang Bunse, dpa

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