Statt Bankensteuer Schweiz will Boni stärker besteuern

Die Regierung der Schweiz will künftig Bonuszahlungen ab zwei Millionen Franken steuerlich stärker belasten. Die Maßnahme soll ein Ersatz sein für eine Bankensteuer, wie sie der IWF vorschlägt. Eine derartige Abgabe sieht Bern als "implizite Staatsgarantie".

Bern - Die Schweizer Regierung will Bonuszahlungen von mehr als zwei Millionen Franken pro Person und Jahr steuerlich schlechter stellen. Von dieser Höhe an sollen die Bonuszahlungen von den Steuerbehörden nicht mehr als Personalaufwand anerkannt werden, wie das Finanzministerium am Mittwoch in Bern mitteilte.

Die Firmen, die die Boni auszahlen, müssten dann höhere Steuern zahlen. Eine Bankensteuer, wie sie vom Internationalen Währungsfonds (IWF) vorgeschlagen wurde, lehnt die Regierung ab. Das würde den Finanzhäusern lediglich eine implizite Staatsgarantie signalisieren, hieß es. Eine verstärkte Bankenregulierung müsse sich vielmehr auf eine bessere Eigenmittelausstattung und auf die Liquiditätshaltung der Banken konzentrieren.

Vom 30. Juni an müssen die beiden Schweizer Grossbanken Credit Suisse  und UBS  so viel Liquidität bereithalten, dass sie eine Krise 30 Tage lang überstehen können. Mit den Bonusvorschlägen kommt die Regierung den Sozialdemokraten (SP) entgegen, die von einer schärferen Bonusregelung für Banken ihre Zustimmung zum von der Regierung im letzten Jahr ausgehandelten sogenannten UBS-Steuervergleich mit den USA abhängig machen.

manager magazin mit Material von reuters

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