Aufschwung Continental schafft die Wende

Der Autozulieferer Continental hat das erste Quartal überraschend stark abgeschlossen. Gründe sind die weltweit wieder anziehenden Autoverkäufe, ein starkes Winterreifengeschäft sowie eine strikter Sparkurs. Continental-Chef Elmar Degenhart hält ein Umsatzplus im laufenden Jahr von 10 Prozent gegenüber 2009 für möglich.

Hannover - Der Automobilzulieferer Continental  hat im ersten Quartal die Wende geschafft und ein dickes Plus eingefahren. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) betrug 494 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. In der Vorjahresperiode hatte das Unternehmen einen operativen Fehlbetrag von 165 Millionen Euro hinnehmen müssen.

Der Umsatz legte in den ersten drei Monaten des Jahres ebenfalls kräftig von 4,3 Milliarden auf knapp sechs Milliarden Euro zu. Die Continental-Aktien starteten mit einem Aufschlag von gut 2 Prozent in den Dienstags-Handel.

Für das Gesamtjahr bekräftigte Continental-Chef Elmar Degenhart die Prognosen. Der Umsatz solle um mindestens 5 Prozent wachsen. "Sollten sich die Märkte weiterhin so positiv entwickeln wie bisher, haben wir sogar die Chance, den Umsatz um bis zu 10 Prozent zu steigern", sagte Degenhart am Tag der Hauptversammlung des MDax -Konzerns. Das operative Ergebnis soll 2010 auf bereinigter Basis den Vorjahreswert von 1,17 Milliarden Euro deutlich übersteigen. Continental bereinigt nach dem Zukauf der ehemaligen Siemens-Sparte VDO unter anderem um Abschreibungen auf den Unternehmenswert.

Früheren Angaben Degenharts zufolge soll das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) 2010 wieder positiv ausfallen. Im vergangenen Jahr war aufgrund von Sonderbelastungen in Milliardenhöhe wegen der Abschreibungen sowie Aufwendungen für Werksschließungen ein operativer Fehlbetrag von über eine Milliarde Euro angefallen. Im laufenden Jahr auch unterm Strich schwarze Zahlen zu erzielen, bedeute aber eine "erhebliche Anspannung für das Unternehmen".

Zum positiven Ergebnis im ersten Quartal trugen beide Sparten bei, das Geschäft mit Reifen und Schläuchen sowie mit Sicherheitssystemen, Fahrzeugelektronik und Innenausstattungen. Dabei wies das Reifengeschäft erneut besonders hohe Margen auf.

Im vergangenen Jahr waren die Konzernerlöse um 17 Prozent auf 20,1 Milliarden Euro gesunken. Unterm Strich betrug das Minus 1,65 Milliarden Euro. Conti plant weder für das vergangene noch für das laufende Jahr eine Dividende. Nach der im Januar durchgeführten Kapitalerhöhung von rund einer Milliarde Euro liegt die Nettoverschuldung des Konzerns letzten Angaben zufolge noch bei rund 7,8 Milliarden Euro. Der Konzern will noch im ersten Halbjahr 2010 eine hochverzinsliche Anleihe von bis zu zwei Milliarden Euro begeben.

manager-magazin.de mit Material von ddp und dpa-afx

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